Home > Allgemein > 1. Verlegung eines Stolpersteins für ein Euthanasie-Opfer

Donnerstag, 22. Mai um 13.30
Von-der-Tann-Straße 7

mit Gunter Demnig, Bildhauer und Schöpfer der Stolpersteine

und

Prof. Dr. Michael von Cranach

Ehem. Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren,
Leiter der Arbeitsgruppe „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus“

Rund 250.000 Todesopfer sind die bittere und grausame Bilanz der von Hitler angeordneten „Euthanasie“. Historiker bewerten diese groß angelegte Mordkampagne als „Probelauf für den Holocaust“, da viele der Tötungsmethoden der Shoah an diesen Opfern ausprobiert und perfektioniert wurden.

Eines der Opfer war Max Sax. Ärzte der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar, der Vorgängerklinik des heutigen Krankenhauses Haar, ließen ihn am 30. Juli 1943, in seinem 71. Lebensjahr, vorsätzlich verhungern.

Führender Kopf in der Aufklärung und Aufarbeitung dieser massenhaft und systematisch betriebenen Morde ist Prof. Dr. Michael von Cranach, Leiter der Arbeitsgruppe „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus.

Der Gedenkstein für Max Sax ist der 27. Stolperstein, der in München verlegt wird und zugleich der erste, der an ein Opfer der Krankenmorde erinnert. Sämtliche Steine liegen auf Privatgrund, da ihre Verlegung auf öffentlichem Grund per Stadtratsbeschluss 2004 verboten wurde.

Damit bildet München eine große Ausnahme. Denn mittlerweile gibt es in 18 Ländern Europas rund 46.000 Stolpersteine. Sie liegen in mehr als 1.100 Städten, darunter 55 in Bayern. Damit bilden die Stolpersteine das größte Kunst- und Gedenkprojekt der Welt. Ihre große Verbreitung verdanken die Stolpersteine der überwältigenden Unterstützung aus allen Opfergruppen.

Im September 2014 wird der Münchner Stadtrat eine Anhörung über die Stolpersteine veranstalten und erneut über deren Verlegung auf öffentlichem Grund abstimmen.

Weitere Informationen sind dem untenstehenden Flyer zu entnehmen:

Dokumente:
10998_stolpersteine_flyer_mai14_web.pdf

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*