Am 20. November 1941 wurden 999 Münchner Juden nach Kaunas deportiert und wenige Tage später erschossen. Aus diesem Anlaß wird auf den Tag genau 70 Jahre später Gunter Demnig einen 12. Stein in der Kyreinstraße 3 für Eugenie Isaac verlegen. Der Ablauf der Veranstaltungen an diesem Sonntag, den 20. November ist:
 

11 Uhr: Matinée im Saal der MVHS Harras, Albert-Roßhaupter-Str. 8

WOLF EUBA: Lesung zur Einstimmung aus: Heimrad Becker – Textspuren – Bruchstücke – Sprachrudimente – Wie das Verbrechen der Sprache den tatsächlichen Verbrechen vorausgeht.

Dr. PETER DORSCH, Historiker: Nachbarschaft und Völkermord: Vor aller Augen ausgegrenzt – entwürdigt – entrechtet – deportiert – ermordet.

TERRY SWARTZBERG, 1. Vors. der Initiative Stolpersteine für München e. V.: Stolpersteine – ein weltweites Kunst- und Gedenkprojekt.
 

ab 12:15 Uhr: Gedenkweg zu HISTORISCHEN LERNORTEN mit Ziel Kyreinstraße 3

LEO BRUX, Historische Lernorte Sendling.


ab 13:15 Uhr: Der 12. Stein – Verlegung für Eugenie Isaac

GUNTER DEMNIG, Bildhauer
Dr. MEIKE ZWINGENBERGER, Eigentümergemeinschaft Kyreinstraße 3
 

18 Uhr Öffentliches Pressegespräch im „Theater im Fraunhofer“, Fraunhoferstr. 9

Gunter Demnig wird über seine Erfahrungen bei Verlegungen in ganz Europa und die Wirkung sprechen, die diese Messingplatten hervorrufen. Selbstverständlich wird auch zur Sprache kommen, daß Stolpersteine in München auf öffentlichem Grund noch immer verboten sind.

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Das Staatliche Bauamt München hat bei einer Begehung der Musikhochschule in der Arcisstraße 2 Mängel bei den Brandschutzmaßnahmen festgestellt und eine Menge Auflagen gefordert. Eine unter vielen, die die Musikhochschule hart getroffen haben, war die sofortige Entfernung der Installation mit den Stolpersteinen im Eingangsbereich. Die Leitung musste schnell handeln, stand dabei aber mit uns ständig in Kontakt. Die Stolpersteine werden sicher aufbewahrt, bis eine neue Installation die Zustimmung aller gefunden hat. Sicher ist:

Die Stolpersteine bleiben in der Musikhochschule und werden auch bald wieder gezeigt, bis sie auf öffentlichem Grund verlegt werden können.

Am 19.10.2011 hat unser Vorstandsmitglied Janne Weinzierl wieder durch Altschwabing geführt. Überall in Schwabing lebten in den 1930er Jahren Bürger/innen, die aufgrund der Rassegesetze der Nazis verfolgt wurden.  Beginnend mit dem ehemaligen jüdischen Kinderheim in der Antonienstrasse 7, endend in der Seidlvilla am Nikolaiplatz wurde eine andere Geschichte des Stadtteils erläutert.


Pressespiegel

09.11.2011 Süddeutsche Zeitung: „Vergessene Schicksale“


... offizielle Gedenksteine gibt es kaum. Der Stadtrat hat 2004 beschlossen, dass die von Bürgern gestifteten "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig nur auf Privatgrund verlegt werden dürfen.

Am Mittwoch, 13.7.2011 um 16.30 Uhr führt unser Vorstandsmitglied Janne Weinzierl durch Altschwabing: Treffpunkt ist in der Antonienstr. 7, vor der Stele zur Erinnerung an das jüdische Kinderheim. Überall in Schwabing lebten in den 1930er Jahren Bürger/innen, die aufgrund der Rassegesetze der Nazis verfolgt wurden. Sie waren angesehene Bürger unserer Stadt, die ab 1933 ausgegrenzt wurden, dann entrechtet und schließlich deportiert und ermordet. Denjenigen, denen der Weg ins Exil gelang, standen häufig vor einem Nichts, oder wurden in den von Deutschen besetzten Ländern Europas dann doch noch Opfer der Verfolgung. Beginnend mit dem ehemaligen jüdischen Kinderheim in der Antonienstrasse 7, endend in der Seidlvilla am Nikolaiplatz wird eine andere Geschichte des Stadtteils erläutert.

 

„Das ist kein verordnetes Erinnern“

Terry Swartzberg, der neue Vorsitzende, über die Ziele der Münchner „Stolpersteine“ - Initiative

München – Sie hat einen langen Atem, der Ausgang ihres Engagements ist ungewiss. Die Initiative „Stolpersteine für München e.V.“ bemüht sich seit 2004 um die Verlegung von Gedenkplatten auf öffentlichem Grund für Opfer des Naziregimes. Der Stadtrat hat sich gegen die europaweite Aktion des Künstlers Gunter Demnig ausgesprochen, der bisher in 580 Städten und Gemeinden gravierte „Stolpersteine“ aus Messing als Erinnerungsmale für ermordete Juden und andere während der Nazizeit Verfolgte verlegte. Anfang des Jahres hat die Initiative einen neuen Vorsitzenden gewählt. Ein Gespräch mit Terry Swartzberg, 57, Publizist und Vater zweier Kinder.

Wie haben Sie von den Stolpersteinen erfahren?

Er muss Ende der neunziger Jahre gewesen sein, als ich das erste Mal von der Aktion hörte. Ich fand sie interessant und habe dann in Berlin, wo ich meinen besten Freund besuchte, die ersten Stolpersteine gesehen. Das Thema Shoah bewegt mich. Ich bin Jude und kam vor 30 Jahren aus den USA nach Deutschland. Und die Begegnung mit Stolpersteinen, die einen so plötzlich und unmittelbar auf der Straße mit der Geschichte konfrontieren, mit den Opfern, die es an diesem Ort gab, fand ich berührend. Durch meine Arbeit in der liberalen Gemeinde Beth Shalom erfuhr ich von der speziellen Situation in München und habe den Vorsitz der Initiative übernommen.

Stehen Sie in München denn nicht auf verlorenem Posten? Der Stadtrat hat sich gegen Stolpersteine ausgesprochen, auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, ist nicht dafür.

Auf verlorenem Posten stehen wir nicht, ganz im Gegenteil. Ich fühle mich als Teil einer großen Denkmal-Bewegung, die viele junge Leute begeistert. Ständig gibt es neue Nachrichten über Stolpersteine in Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien. Die Aktion wurde vielfach ausgezeichnet, mittlerweile gibt es 28 000 Steine in ganz Europa. Was mir am besten gefällt: Die Bewegung geht von den Menschen aus, von den Paten, die für ein individuelles Opfer den Gedenkstein spenden. Das ist kein öffentlich verordnetes Erinnern. In München sind 150 Steine gestiftet. Und die aktiven Mitglieder unserer Initiative empfinde ich als eine Art Familie interessanter Menschen, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen engagieren. Weil sie einen Shoah-Hintergrund haben, weil ihre Eltern Nazis waren, weil sie sich für alternative Formen des Gedenkens interessieren. Und wir sind alle hoffnungsvoll.

Worauf begründet sich diese Hoffnung? Gibt es Signale, dass Stadtrat oder Kultusgemeinde ihre Haltung ändern?

Der Bezirksauschuss Schwabing-Freimann hat sich für Stolpersteine ausgesprochen, dasselbe gilt für den Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe. Die Basis der Münchner SPD ist für die Verlegung und hat das auf dem Parteitag im vergangenen Mai beschlossen. Auch von den Grünen kommt Zustimmung. Das sind Entwicklungen, die uns freuen.

Wollen Sie das Gespräch mit Charlotte Knobloch suchen? Ihr Argument ist, durch Stolpersteine würden die Opfer mit Füßen getreten.

Wenn sich die Gelegenheit zum Gespräch ergibt – von uns aus gerne. Wir haben Verständnis für die Argumente von Frau Knobloch. Sie hat sie mit einigem Pathos vorgetragen, ihr Wort hat Gewicht in München und das ist gut so. Inhaltlich muss ich aber sagen: So kann nur an einem Ort argumentiert werden, der keine Stolpersteine hat – die Erfahrung anderer Großstädte ergeben ein ganz anderes Bild. Wir wollen aber keine Konfrontation. Wir werden beharrlich, friedlich und freundlich weiterarbeiten.

Gibt es konkrete Vorhaben?

Ja, die virtuellen Stolpersteine. Auf einem Stadtplan sollen sich die Münchner im Internet über die Geschichte ihres Viertels, ihrer Straße informieren können, über die Holocaust-Opfer, die dort lebten. Durch eine entsprechende Anwendung kann man virtuelle Stolpersteine setzen oder einfach nur Kontakt mit uns aufnehmen. Mit diesem Projekt wollen wir nicht den Druck erhöhen, sondern das Interesse.

Interview: Anne Goebel

Die neue Website präsentiert unsere umfangreichen Inhalte in optisch ansprechender und übersichtlicher Form. Herzlichen Dank an AndreasGregorDesign für die wunderbare Gestaltung!

Solange noch nicht alle Inhalte übernommen sind, ist die alte Website weiterhin unter http://alt.stolpersteine-muenchen.de/ zu erreichen.

Der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe hat sich in seiner Sitzung vom 11. Januar für die Verlegung von Stolpersteinen in seinem Bezirk ausgesprochen.


Dokumente:
Beschluss des Bezirksausschusses

Pressespiegel

24.01.2011 Wochenanzeiger München: „Individuelles Gedenken“


„Von öffentlichem Grund und von öffentlicher Hand wurden diese Menschen deportiert und da gehört die Erinnerung an sie auch hin“, so [Antragstellerin im Bezirksausschuss 8, Myriam] Schippers.
Original-Beitrag

Die Traditionsserie „Lindenstraße“ beschäftigt sich im Verlauf mehrerer Sendungen mit den Stolpersteinen, dabei werden auch zwei Stolpersteine in „München“ verlegt.

Beginn ist am 14. November mit der Folge 1302: „Stolperstein“. Weiter geht es am 21. November und am 28. November. Die Verlegung der Steine erfolgt in der Episode am 5. Dezember, dabei wird auch auf die besondere Situation Münchens hingewiesen. Die Sendungen werden jeweils sonntags um 18.50 Uhr in der ARD ausgestrahlt.


Pressespiegel

Lindenstrasse.de: „Umstrittenes Thema aus München als Teil der Serienhandlung“


In Deutschland sind es weit über 600 Kommunen, in denen „Stolpersteine" auf öffentlichem Grund und Boden liegen - nicht aber in München. Dort hat der Stadtrat bereits im Sommer 2004 die Verlegung von „Stolpersteinen" im öffentlichen Raum untersagt. Dieses Politikum hat die „Lindenstraße", deren Handlung seit 25 Jahren in München angesiedelt ist, in den aktuellen Folgen aufgegriffen.
Original-Beitrag

29.11.2010 art – Kunstmagazin: „Erinnerung an jüdische Familien in der Vorabendserie“


Nur München stellt sich quer: Dort hat der Stadtrat bereits im Sommer 2004 die Verlegung von "Stolpersteinen" im öffentlichen Raum untersagt, sie dürfen nur auf privatem Grund verlegt werden, der Hausbesitzer muss zustimmen.
Original-Beitrag

Zum dritten Mal ist am 28. Oktober in der Münchner Residenz der Simon-Snopkowski-Preis der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition verliehen worden. Der 2001 verstorbene Arzt und Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, der seine Familie im Holocaust verlor, hatte sich früh und gegen manche Widerstände in den Gemeinden für ein neues Verhältnis zu den nichtjüdischen Deutschen eingesetzt, wie seine Witwe Ilse Ruth Snopkowski ausführte.
In einer bewegenden Präsentation stellten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule St. Martin in Mallersdorf-Pfaffenberg und der Bamberger Maria-Ward-Realschule ihre Recherchen vor. In der Grundschule gingen die 10jährigen den Spuren des örtlichen jüdischen Friedhofs nach, auf dem Überlebende des Todesmarsches aus Buchenwald ihre letzte Ruhe fanden. Die Mädchen aus Bamberg werteten das Tagebuch Erika Löbls vom damaligen Lyceum der Englischen Fräulein aus und sorgten dafür, dass Gunter Demnig zur Erinnerung an ihre 1942 in Treblinka ermordete Großmutter Karolina Löbl einen Stolperstein verlegte. Kultusminister Ludwig Spaenle hielt die Laudatio.
Als Oberbürgermeister Christian Ude den Ehrenpreis dem Filmemacher Michael Verhoeven aushändigte, verzichtete er wohlweislich auf einen Kommentar, warum die Stolpersteine in München verboten sind. Stattdessen konzentrierte er sich auf das Werk Verhoevens, zu dem die Filme „Die Weiße Rose“, „Das schreckliche Mädchen“, „Der unbekannte Soldat“ sowie „Das menschliche Versagen“ gehören. Ude beklagte, dass der Geist des NS-Unrechtsstaates weit in die Bundesrepublik hineinragt, wie die Untersuchung über die von Joschka Fischer konstatierte „Elitenkontinuität“ im Auswärtigen Amt belegt.

Reiner Bernstein

Michaela Melián erinnert mit Memory Loops an die Opfer des Nationalsozialismus in München.

Am Montag, den 30. August hat Gunter Demnig die ersten Stolpersteine Skandinaviens verlegt: In Oslo erinnern 19 Stolpersteine an die ermordeten Bewohner der Calmeyers gate 15.

Pressespiegel

24.08.2010 Jüdische Allgemeine: „Gedenken in Messing“


»Dieses Ereignis ist von großer Bedeutung für Norwegens Juden«, betont [Chefhistoriker des Jüdischen Museums] Bjarte Bruland. »Gerade weil die Steine wie Wecker wirken – mit einem aufrüttelnden Effekt.«
Original-Beitrag

Thomas Rabe, Enkel von John Rabe, besucht den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Shanghai und zeigt sich besonders beeindruckt von der dortigen Stolpersteine-Installation.

Bericht auf der Website der Deutschen Beteiligung an der EXPO 2010
Wir trauern tief um Frau Dr. Schultze-Jahn, die uns seit 2004 mit Rat, Tat und ständiger Begleitung unterstützte. Sie war eines der letzten noch lebenden Mitglieder der Weißen Rose.

Dokumente:
409_Schultze-Jahn_24.06.10.pdf
Auch dieses Jahr nimmt die Stolpersteine-Initiative am Corso Leopold teilnehmen. Unser Stand ist auf der Leopoldstraße am "Platz der Schwabinger" zwischen Hohenzollernstraße und Fendstraße, Samstag, 29.5. ab 16 Uhr und Sonntag, 30.5. ab 11 Uhr. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Dokumente:
411_Einladung_Corso_2010.pdf
Am 7.5.2010 hat sich die SPD-Basis auf dem Münchner Jahresparteitag für Stolpersteine in München ausgesprochen!

In einem Brief an den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Stadtrat, Herrn Reissl, verwahrt sich Reiner Bernstein gegen den an diesem Abend gefallenen Vorwurf der persönlichen Bereicherung in Richtung Gunter Demnigs.

Dokumente:
413_Antrag_Stolpersteine_SPD_07.05.10.pdf
414_Brief_an_Reissl_10.05.10.pdf
Aus Anlaß der Verlegung 10 neuer Stolpersteine sendet die Münchner Initiative einen herzlichen Gruß nach Hamburg.

Dokumente:
416_Brief_nach_Hamburg_14.04.10.pdf
...von Dörte Franke am 11.3. um 19 Uhr im Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1.

Dokumente:
418_Einladung_Milbertshofen.pdf
am 25.2. ab 19 Uhr in der Schwabinger Repüblik, Ursulastraße 6.

Eingeladen sind alle, die etwas über das Thema Stolpersteine erfahren wollen. Ziele des Treffens sollen offener Gedankenaustausch, gegenseitiges Kennenlernen und die Planung der zukünftigen Arbeit der Initiative sein.

Der von Dr. Michael Bärmann (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) in den Bezirksausschuss 3 Maxvorstadt eingebrachte Antrag, der Verlegung zweier Stolpersteine für homosexuelle Opfer in der Arcisstraße und in der Richard-Wagner-Straße zuzustimmen, wird mehrheitlich abgelehnt. Nur die Grüne Fraktion stimmt geschlossen für den Antrag. Zur Begründung der Ablehnung wird behauptet, dass dem Bezirksausschuss nicht das Recht auf Entscheidung zustehe. Dr. Bärmann kündigt an, diese Behauptung juristisch überprüfen zu lassen.

Der Gemeinderat von Gröbenzell bei München lehnt die Verlegung eines Stolpersteins für den in Auschwitz ermordeten Kurt Schroeter in der Bahnhofstraße unter Verweis auf die Begründungen der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. h.c. Charlotte Knobloch ab. Bürgermeister Dieter Rubenbauer (CSU) erklärt dazu: "Ich widersetze mich nicht der moralischen Autorität von Frau Knobloch." Allein der Vorsitzende der SPD-Fraktion Michael Schrodi, der den Antrag einbrachte, beharrt in der Abstimmung bei seiner Position. Er weist vergeblich darauf hin, dass es in der Kultusgemeinde auch andere Meinungen als die von Frau Knobloch gibt.

Im Namen ihrer Fraktion "Bündnis 90/Die Grünen" bringt Rozsika Farkas den Antrag zur Verlegung von Stolpersteinen für zwei jüdische Opfer in der Leopoldstraße in den Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann ein. Der Bezirksausschuss spricht sich am 24. November mit Mehrheit für den Antrag aus. Dieser wird nun dem Direktorium des Münchner Stadtrates unter Leitung von Oberbürgermeister Christian Ude zugeleitet.

Auf Einladung der Stadtversammlung der Münchner Grünen erläutert Reiner Bernstein die Arbeit des Vereins nach dem Verbot der Stadt vom Juni 2004, Stolpersteine auf öffentlichem Grund zu verlegen. Die Stadtversammlung beschließt einstimmig bei einer Enthaltung, im Stadtrat für die Aufhebung des Verbots zu werben.

Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Salomon Korn, berichtet mit warmen Worten aus Anlass des Gedenkens an den 9. November 1938 in Frankfurt am Main, dass er jeden Morgen auf dem Weg zur Synagoge an Stolpersteinen vorübergehe. Dazu fragt er, wie lange noch Zeitzeugen für Berichte und Auskünfte über das NS-Terrorregime zur Verfügung stehen.

Bei der Verleihung des Georg-Elser-Preises an Beate Klarfeld durch die Geschwister-Scholl-Stiftung erhält der Laudator, Altbürgermeister Dr. Klaus Hahnzog, viel Beifall aus dem Publikum, als er auf die Stolpersteine als Ausdruck des stadtbürgerlichen Willens hinweist, in München an die Opfer des NS-Terrorregimes angemessen zu erinnern.

Erneut wendet sich die Initiative Stolpersteine für München mit einem Brief an die Öffentlichkeit.


Dokumente:
671_Offener_Brief_05.11.2009.pdf

Die Veranstaltung mit Vortrag und Gespräch am 5. Oktober 2009 im Kunstpavillon, mit der die drei politischen Opfer des Nazi-Regimes Antonie Pfülf, Hermann Frieb und Walter Klingenbeck geehrt wurden, war in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg. Für sie liegen seit November 2008 "Stolpersteine" in der Halle. Im Beisein von Stadtrat Dr. Florian Roth (Fraktion Die Grünen/Rosa Liste) sowie mehreren Mitgliedern der Bezirksausschüsse versammelten sich mehr als siebzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um die Vorträge von Dr. Andreas Heusler (Abteilungsleiter im Stadtarchiv) und von Klaus Bäumler (langjähriger Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt) mit ihren Überlegungen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus sowie mit der zeitgeschichtlichen Einbettung der Lebensgeschichte der drei Münchner Opfer zu hören. In seiner Begrüßung drückte der Vorsitzende der "Initiative Stolpersteine für München e.V.", Reiner Bernstein, seine Freude darüber aus, dass Gunter Demnig vor kurzem den Joseph-Neubauer-Preis der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf erhalten und der Zentralrat der Juden in Deutschland die Ehrung in einer Pressemitteilung begrüßt hat. Im Anschluss an die Vorträge entspann sich eine lebhafte Diskussion. Zur Genugtuung der Veranstalter gingen anschließend ungewöhnlich zahlreiche positive Rückmeldungen aus dem Zuhörerkreis ein. Der Verein dankt den beiden Referenten dafür, dass sie ihre Vorträge für unsere Homepage zur Verfügung gestellt haben.


Dokumente:
673_Kunstpavillon-Baeumler_05.10.09.pdf
674_Kunstpavillon-Heusler_05.10.09.pdf
675_Flyer-Kunstpavillon_05.10.09.pdf

Da unseren Verein täglich Anfragen aus dem In- und Ausland erreichen, wird ein erneuter Versuch unternehmen, unsere Argumente für die Verlegung von „Stolpersteinen“ in München vorzutragen


Dokumente:
677_090721-brief-ude.pdf

Am Vormittag und am Mittag des 17. Mai 2009 werden in München auf privatem Grund in der Haydnstraße und in der Kyreinstraße von Gunter Demnig insgesamt 13 Stolpersteine verlegt.


Dokumente:
680_090517-haydnstr.pdf
681_090517-sendling.pdf

Pressespiegel

18.05.2009 Süddeutsche Zeitung: „Stolpersteine der Erinnerung“


Mahnmale für Nazi-Opfer aus der Kyreinstraße
Original-Beitrag

18.05.2009 Sendlinger Anzeiger: „Mit dem Kopf und dem Herzen stolpern“


Die Kritik, die Stolpersteine ermöglichten, dass auf den Namen der Opfer herumgetrampelt werden könne, wies der Bildhauer zurück: "Wer die Namen auf den Steinen lesen will, muss eine Verbeugung vor den Opfern machen", meinte [Gunter Demnig].
Original-Beitrag

11.05.2009 Sendlinger Anzeiger: „Elf Stolpersteine für die Kyreinstraße“


Angestoßen durch die zeitgeschichtliche Stadtteil- und Erinnerungsarbeit der Initiative Historische Lernorte Sendling hat sich die Eigentümergemeinschaft an der Kyreinstraße 3 entschlossen, ein [...] Zeichen der Erinnerung zu setzen. Dies erfolgt unter der Federführung der Initiative Stolpersteine für München e.V.
Original-Beitrag

Am Samstag, den 16. Mai 2009 findet in der Musikhochschule (Arcisstraße) das Treffen von Stolperstein-Initiativen aus ganz Deutschland statt.


Dokumente:
706_090516-treffen-einladg.pdf

Das Anliegen der Verlegung von Stolpersteinen  in München wurde von Markus Weber auf der Website der Landeshauptstadt erneut an diese herangetragen. Die Abstimmung ist inzwischen geschlossen, Anliegen und Stellungnahme können jedoch nach wie vor eingesehen werden:

http://www.direktzu.muenchen.de/ude/messages/20816

Gunter Demnig wird am 26. April 2009 für sein Projekt „Stolpersteine“ mit dem „Erich-Mühsam-Preis 2009“ ausgezeichnet. Demnig engagiere sich im Sinne des Anarchisten und Schriftstellers Erich Mühsam (1878–1934) für Demokratie und Toleranz, teilte die Erich-Mühsam-Gesellschaft in Lübeck mit. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert. Mühsam kam 1934 nach schweren Folterungen durch die Nazis zu Tode.


Pressespiegel

Evangelischer Pressedienst: „Bischöfin bittet um Frühjahrsputz der Stolpersteine“


Bischöfin Maria Jepsen hat die Hamburger gebeten, in den nächsten Wochen die "Stolpersteine" in ihrer Nachbarschaft zu reinigen.

Bei Geigenbaumeister Sebastian Zens, Arcisstraße 57, sind die Stolpersteine ausgestellt, die an die Schwestern Laura Dobriner und Henriette Drey erinnern. Da sie nicht auf öffentlichem Grund verlegt werden dürfen, werden sie im Schaufenster gezeigt.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt in der Schwabinger Viktor-Scheffel-Straße 14 und 16 Stolpersteine für vier Opfer des Naziregimes. Die Steine werden direkt an den öffentlichen Gehsteig angrenzend auf Privatgrund gesetzt.

Beim Filmfestival in Locarno im Juli, bei 3Sat am 26. August und bei ARTE am 7. September wurde der Dokumentarfilm "Stolperstein" von Dörte Franke gezeigt.

Kinostart ist am 6. November.


Pressespiegel

26.08.2008 3sat.online: „Stolpersteine des Künstlers Demnig sind als Form des Gedenkens umstritten“


Der Dokumentarfilm "Stolperstein" von Dörte Franke, der im Herbst 2008 ins Kino kommt, hat gerade auf dem Filmfestival von Locarno gezeigt, welche Dimension das Kunstwerk inzwischen erreicht hat - aber auch wie Gunter Demnig mit seiner Art des Gedenkens auf Widerstand stößt.
Original-Beitrag

Nach der Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz durch Bundespräsident Horst Köhler vor zwei Jahren ist der Kölner Künstler Gunter Demnig am 23. Mai 2008 in Berlin von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Justizministerin Brigitte Zypries mit dem Preis "Botschafter für Demokratie und Toleranz" geehrt worden. In einem Glückwunschschreiben an Demnig bringt der Vorsitzende der "Initiative Stolpersteine für München e.V.", Reiner Bernstein, die Beschämung der Mitglieder des Vereins darüber zum Ausdruck, dass die Stadt München an ihrer Verbotsentscheidung festhält. Während Demnig in über 230 deutschen Städten und Ortschaften über 14.000 Stolpersteine verlegt hat, ist in der ehemaligen "Hauptstadt der Bewegung" seit Juni 2004 die Verlegung auf öffentlichem Grund vor den Häusern verboten, aus denen die Opfer des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden. Bernstein fordert den Stadtrat erneut auf, diesen Beschluss aufzuheben.

Am Samstag, dem 1. September 2007, verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig in der Viktor-Scheffel-Straße 19 den ersten Stolperstein in München zur Erinnerung an die Deportierten und Ermordeten des Naziregimes.

Nachdem der Stadtrat im Juni 2004 die Installation dieser kleinen Messingplatten auf öffentlichem Grund verboten hat, ist die „Initiative Stolpersteine für München“ dankbar dafür, dass nunmehr des Nazi-Opfers Heinrich Oestreicher gedacht werden kann. Der Kaufmann wurde im Juli 1942 aus seiner Wohnung in der Schwabinger Viktor-Scheffel-Straße 19 nach Theresienstadt verschleppt, wo er im März 1943 ermordet wurde.

 

Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler verleiht dem Kölner Künstler Gunter Demnig in der Orangerie des Schlosses Berlin-Charlottenburg den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Nach Stellungnahmen der jeweiligen Fraktionssprecher und des Bürgermeisters wird mit nur wenigen Gegenstimmen das Projekt Stolpersteine für München abgelehnt - wie sich am nächsten Tag herausstellt wurden unmittelbar nach Beschlussfassung die Steine aus dem Gehsteig vor dem Haus Mauerkircherstraße 13 herausgebrochen.

 

Gunter Demnig setzt Stolpersteine für Siegfried und Paula Jordan in den Gehsteig vor dem Haus Mauerkircherstraße 13. Neben den Initiatoren sind Angehörige der Deportierten, die Schulklasse des Luisengymnasiums und Passanten aus der Nachbarschaft dabei, sowie Rundfunk und Presse.

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