Home > Allgemein > Heribert Prantl über die Stolpersteine: “Sie geben die Erinnerung Gestalt und Gefühl”

Heribert Prantl in der SZ von heute: das Wahrste und das Schönste was ich je über die Stolpersteine gelesen habe: “Zwei von den vielen Hunderttausend Denkmälern in Deutschland erfüllen diese Anforderung in besonders eindrucksvoller Weise: erstens die Stolpersteine. Sie strengen sich zwar nicht an, aber sie strengen an, sie fordern Auseinandersetzung, liegen im Weg und verändern den Gang; sie geben die Erinnerung Gestalt und Gefühl.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das 1992 begann. Mit kleinen Gedenktäfelchen aus Messing, im Boden verlegt, wird an das Schicksal des Menschen erinnert, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden vor den Häusern, in denen die Opfer zuletzt gelebt haben, in den Gehweg eingelassen. Fünfundsiebzigtausend dieser Stolpersteine wurden mittlerweile in Deutschland und in 25 weiteren Ländern verlegt. Es sind die Denkmäler, zu denen nicht geht, sondern die zu einem kommen, bis vor die Haustür. Sie bringen Bürger, Schulklassen, Nachbarschaften dazu, sich mit der Geschichte zu beschäftigen, die sich vor ihrer Haustür ereignete.

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