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Stolpersteine für Charlotte Salomon und Felix Nussbaum:

Aufnahme in die Sammlung des Yad Vashem Museums für Kunst des Holocaust

Yad Vashem ist der zentrale Ort unseres Wissens über den Holocaust. Yad Vashem ist auch die zentrale Gedenkstätte für die Opfer des Holocausts. Wir besuchen Yad Vashem, um die schreckliche und schmerzlich Geschichte des Holocaust zu erfahren, um an den Geschichten der sechs Millionen Opfer und ihrer Familien teilzunehmen und um dort Zeugnis unserer Anteilnahme abzulegen.

Im Yad Vashem Museums für Kunst des Holocaust sind Werke von Künstlern und Künstlerinnen ausgestellt, die diese während der Nazi-Verfolgung geschaffen haben. Diese Werke bezeugen die Tragödie des Holocausts sowie die Macht und den unglaublichen Willen, den widrigsten Umständen und dem nahen Tod mit Kunst zu trotzen.

Viele dieser ermordeten Künstler und Künstlerinnen sind unter den 75.000 Opfern des Nazi-Terrors, die mit Stolpersteinen bedacht worden sind. Für die Aufnahme der Stolpersteine für Charlotte Salomon und Felix Nussbaum in die Sammlung des Yad Vashem Museums für Kunst des Holocaust möchte ich dem Museums gegenüber meine tiefste Dankbarkeit ausdrücken.

Auch unserem lieben Freund Gunter Demnig gebührt mein Dank. Mit seinem Werk, den Stolpersteinen, hat er uns eine bewegende und würdige Möglichkeit geschenkt, unserer ermordeten Familienmitglieder und Freunde zu gedenken. Ich erinnere an meine 69 Familienmitglieder aus Slutsk, die fast alle am 27. Oktober 1941 ermordet wurden.

Die jüngsten und bestürzenden Entwicklungen haben uns die Wichtigkeit dieses Gedenk- und Kunstprojekts klargemacht.“

Terry Swartzberg, Vorstandsvorsitzender der Initiative Stolpersteine für München e.V.

Das Museum von Kunst aus dem Holocaust

Yad Vashem besitzt weltweit die größte und vielfältigste Kollektion von Holocaust-Kunst. Sie enthält etwa 10.000 Werke, die überwiegend aus der Zeit des Holocaust stammen. Um diese Kollektion angemessen ausstellen zu können, wurde ein Kunstmuseum gebaut, in dem ausschließlich Werke gezeigt werden, die während des Holocaust geschaffen wurden.

img_20191125_100829_242Die Stolpersteine

Stolpersteine: das Gedenk- und Kunstprojekt für Europa – und ein Vorbild für die Welt

Mit 75.000 Stolpersteinen in 1.600 Städten in 26 Ländern hat Gunter Demnig mit seinem Team ein einmaliges und weltweit vorbildliches Denkmal für die Opfer des NS-Terrors erschaffen – eine Mahnung gegen das Vergessen und das Aufkeimen von Hass und Ausgrenzung.

Die Kraft der Stolpersteine liegt in der Begegnung mit ihnen. Diese Begegnung schärft das „Bewusstsein von der Zerbrechlichkeit der Zivilisation“ (Jutta Limbach, ehem. Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts) und stärkt die Mitverantwortung für das „Nie wieder“.

Felix Nussbaum

Felix Nussbaum wurde am 11. Dezember 1904 in Osnabrück geboren. Nach seinem Kunststudium wurde er um 1930 eines der führenden Mitglieder der Neuen Sachlichkeit. Nach der Zerstörung eines Großteils seiner Kunst durch antisemitische Brandstifter flüchtete der Künstler aus Deutschland. Seine letzten vier Lebensjahre verbrachte er versteckt in Belgien. In dieser Zeit schuf Felix Nussbaum viele seiner größten Arbeiten. Nach seiner Denunziation wurde er gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Felka Platek, nach Auschwitz verschleppt. Sie starben kurz vor der Befreiung.

Für Felix Nussbaum und seine Eltern wurden Stolpersteine in Osnabrück verlegt, in Brüssel liegen Steine für Felka Platek und ihren Mann.

Charlotte Salomon

Charlotte Salomon wurde am 16. April 1917 in Berlin geboren. Nach ersten Erfolgen als Künstlerin war sie 1939 gezwungen, aus Deutschland zu flüchten. Nach der Ankunft in Frankreich wurde sie von der Gestapo verhaftet und interniert. Nach der Freilassung versteckten sich Charlotte Salomon und ihr Mann Alexander Nagler im Südfrankreich.

Während der Zeit des Exils und Versteckens, getrieben von Folgen ihrer Kindheitstraumata und dem Bedürfnis, die Schrecken des Gegenwart zu bearbeiten, entstand der Werkzyklus “Leben? Oder Theater?” Er umfasst 1325 Bilder und illustriert auf eindringliche Weise ihr Leben während der schwierigen Zeit im Exil.

Am 24. September 1943 wurden Charlotte Salomon und ihr Mann denunziert. Im fünften Monat schwanger kam Charlotte nach Auschwitz. Nach ihrer Ankunft am 7. Oktober 1943 starb sie im Gas.

Der Stolperstein für Charlotte Salomon wurde in Berlin verlegt.

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