
Drei neue Stolpersteine in der Ickstattstraße 26
Die Hausgemeinschaft des Hauses Ickstattstraße 26 hat drei Menschen vor dem Vergessen gerettet. Seit Sonntag, 16. November 2025 erinnern drei Stolpersteine an Meilech, Beila und Salomon Grosser.
Meilech wurde am 28. April 1880 in Sieniawa bei Jaroslaw in Galizien geboren. Damals gehörte die Kleinstadt zum Kaiserreich Österreich-Ungarn. Meilech – später “Max” genannt – kam aus einer Familie von Trödelhändlern.
Am 25. März 1906 heiratete er Beila Holz (geb. am 07. September 1885 in Rzeszów, Galizien), die ebenfalls Trödelhändlerin war.
Das Ehepaar hatte drei Kinder:
- Salomon, geboren am 28. Juni 1906 in Rzeszow, Galizien
- Jetty, geboren am 03. November 1908 in München
- Helene, geboren am 06 Juli 1911 in München
Am 23. März 1908 zog die Familie von Rzeszow nach München. Am 03. April 1911 zog sie in die Ickstattstraße 26.
Meilech Grosser betrieb am Oberanger 54 einen Trödelhandel mit Schneiderwaren, Altkleidern, Wäsche, Schuhen, Teppichen und Pelzwaren.
Er starb am 25. Obtober 1934 (Ursache unbekannt). Danach führte seine Frau den Laden bis zum 12. Januar 1939 weiter. Im Juni desselben Jahres emigrierte sie nach England.
Sohn Salomon emigrierte in die USA. Er starb am 31. Januar 1993 in Fort George, New York.
Tochter Jetty Rotenberg emigrierte nach Palästina und lebte in Jerusalem.
Tochter Helene heiratete Osias Szaje Fakler (geb. 25. Februar 1907 Krakau, Galizien). Sie wurde mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern Marcel (geb. 26. Oktober 1940 Vichy) und Felicie (geboren 25. Dezember 1942 Lyon) am 29. April 1944 mit Convoy 72 von Drancy nach Auschwitz deportiert und ermordet.

