Abraham Schindler
Abraham Schindler
* 15.01.1872 in Tyczyn, Galzien, deportiert am 23.07.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 11.05.1943
Buttermelcherstraße 14, 80469 München
Stolperstein noch nicht verlegt
Biografie
Abraham Jitzchak Schindler
Kaufmann, geboren am 15.01.1872 (Geburtsdatum gemäß der Angaben in den Dokumenten in den Arolsen Archives; in anderen Quellen abweichend) in Tyczyn, Galizien, verheiratet, deportiert am 23.07.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 11.05.1943 in Theresienstadt (06. Ijar 5703)
Eltern
Sender (Alexander) Schindler, Kaufmann in Tyczyn, Beila (Keila) Schindler, geb. Rosengarten
Geschwister
Mirl Blumenberg, geboren 06.03.1860 Tyczyn, gestorben 25.09.1941 München
Ehepartner
Necha Schindler, geb. Tenzer, geboren am 12.01.1869 in Tyczyn, Galizien, gestorben am 28.12.1940 in München
Kinder
Helene (Chaja), geboren am 01.01.1898 in Tyczyn, deportiert in das Ghetto Warschau, ermordet
Lazar (Leser), geboren am 28.04.1892 in Tyczyn, emigriert nach New York, gestorben am 01.12.1994
Salomon, geboren am 08.06.1896 in Tyczyn
Ruben, geboren am 12.01.1901 in Tyczyn, emigriert im Sommer 1939 nach Haifa, Palästina
Alexander, geboren am 14.04.1904 in München , emigriert nach New York, gestorben am 15.11.2000 in Westport, Connecticut.
Judith (Jehudit), geboren am 29.06.1906 in München, mit ihrer Familie nach Riga deportiert und ermordet
Klara (Kejle)
Adressen in München
Zugezogen am 17.06.1902 von Tyczyn, Galizien
- Buttermelcherstraße 14 (seit 01.07.1911)
- Ickstattstraße 11 (seit 17.02.1941)
- Klenzestraße 4 (seit 20.10.1941)
- Knorrstraße 148 – Barackenlager (seit 12.03.1942)
Weitere Informationen
Abraham Schindler betrieb seit 1907 in drei Räumen der Buttermelcherstr. 14/0 eine Kolonialwarenhandlung und einen Einzelhandel mit Flaschenweinen und Likör. Dabei handelte es sich um ein rituelles Lebensmittelgeschäft unter Rabbinatsaufsicht (Rav Ehrentreu). Sohn Alexander arbeitete im Geschäft mit. Das Gewerbe wurde am 01.03.1939 für den 09.11.1938 abgemeldet.
Abraham Schindler war neben Abraham Gidalewitsch Vorsitzender des 1925 gegründeten Vereins Beth Jakob. In der Synagoge in der Reichenbachstraße übte er das Amt des Vorbeters aus.
Sohn Salomon, Absolvent des Luitpold-Gymnasiums, seit 02.05.1915 Infanterist beim 18. k.u.k. Infanterie-Regiment, fiel am 16.09.1915 bei Brest-Litowsk.
Tochter Jehudit heiratete den Rabbiner Eli Steinberg, die beiden verzogen mit der am 01.04.1932 in München geborenen Tochter Klara (Kela) und dem am 07.11.1933 geborenen Sohn Issachar Dow nach Berlin. Mit den drei in Berlin geborenen Kindern Simon, David und Chana wurde die gesamte Familie Steinberg am 05.09.1942 von Berlin nach Riga deportiert. Alle kamen in der Shoah um.
Sohn Lazar Elieser emigrierten nach New York, er starb am 01.12.1994.
Sohn Alexander emigrierte über Italien am 13.11.1938 zu seinem Bruder Elieser nach New York, er starb am 15.11.2000 in Westport, Connecticut.
Sohn Ruben emigrierte im Sommer 1939 nach Haifa, Palästina.
Tochter Helene Lehrmann lebte mit ihrer Familie in Frankfurt am Main, sie kam im Warschauer Ghetto um.
Die jüngste Tochter war mit Chaskel Flaster (auch: Pflaster) verheiratet, sie lebte in Ludwigshafen, hatte fünf Kinder. Die Familie emigrierte 1934 nach Belgien und wurde aus dem Lager Mechelen in Belgien deportiert und ermordet.
Das Grab der Ehefrau befindet sich: Neuer Israelitischer Friedhof, Sektion 5, Reihe 3, Platz 6 (Granit – Inschrift hebräisch). Das Grab der Schwester Mirl Blumenberg: Neuer Israelitischer Friedhof, Sektion 5, Reihe 4, Platz 7 (Granit – Inschrift hebräisch).
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Institut Terezínské iniciativy
