Alfred Weil
Alfred Weil
* 26.01.1898 in Nürnberg, deportiert am 07.04.1943
Flucht in den Tod im Gefängnis Neudeck in München am 26.06.2943
Alpenrosenstraße 4b, 81541 München
Stolperstein verlegt am 18.09.2026
Biografie

Kaufmännischer Angestellter, musste später Zwangsarbeit leisten, geboren am 26.01.1898 in Nürnberg, verheiratet, Suizid am 26.06.1943 in München (23. Sivan 5703)
Eltern
Josef Weil, Metzgermeister in Nürnberg, Barbara Weil, geb. Maas
Ehepartner
Heirat am 08.03.1930 in München mit Agnes Weil, geb. Grünbeck, geboren am 04.11.1902 in Lechbruck bei Füssen, gestorben am 17.07.1987 in München. Die Ehe galt als Mischehe.
Kind(er)
Hannelore, geboren am 27.09.1932 in München
Adressen in München
Zugezogen am 03.12.1927 von Bamberg
- Schwanthalerstraße 92 (seit 01.06.1928)
- Schießstättstraße 25 (seit 01.12.1928)
- Geyerstraße 19 (seit 01.02.1930)
- Alpenrosenstraße 4b (seit 01.09.1932)
- Schlosserstraße 2 (seit 15.02.1939)
Weitere Informationen
Alfred Weil war tätig als Buchhalter, kaufmännischer Angestellter im Gläubigerausschuss des Restaurants Schwarz, Schlosserstraße 2. Seine Ehefrau war Nichtjüdin.
Im Frühsommer 1939 bemühte er sich vergeblich um Emigration in die USA oder nach Kuba.
Ab 15.02.1941 arbeitete er als Angestellter im Reisebüro “Münchner Verkehrsbüro” von Wilhelm Höfling (s. Eintrag Flora Höfling), das sich mit Emigrationen befasste. Es kam zu einer Anzeige der Konkurrenz, weil das Reisebüro angeblich keine Konzession dafür besaß, ausländische Schiffslinien buchen zu dürfen, und Alfred Weil in einem Werbeschreiben das Versprechen abgegeben habe, die Visabeschaffung im amerikanischen Konsulat beschleunigen zu können.
Ab 07.04.1943 befand er sich in Haft wegen “Verbreitung von unwahren Gerüchten”. Der Staatsanwalt Dr. Fritz Engel hatte ein Privatgespräch mitangehört, in dem Alfred Weil den natürlichen Tod des Reichbahndirektionspräsidenten Otto Gümbel bezweifelte, und er hatte diesen Gesprächsinhalt an die Gestapo gemeldet. Daraufhin wurde Alfred Weil zu 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis und zur Übernahme der Gerichtskosten verurteilt. In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 1943 nahm er sich im Gefängnis Neudeck in München das Leben indem er sich erhängte.
Einzelgrab Neuer Israelitischer Friedhof, Rand West, Platz 20 (Kalkstein – mit Gedenkinschrift für die Ehefrau).
Quelle: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
