Andreas Kolb

Andreas Kolb
* 24.09.1885 in Riedenburg,
ermordet in Flossenbürg am 30.11.1942

Kaiserstraße 63, 80801 München
Stolperstein noch nicht verlegt

Biografie

Geboren am 24. September 1885 in Keilsdorf bei Riedenburg, gestorben am 30. November 1942 im KZ Flossenbürg

Eltern

Andreas Kolb und Katharina Prock

Geschwister

Xaver
Johann
Josef
Maria
Therese

Ehepartner

Heirat am 04.09.1919 in München mit Anna Maria Federholzer

Kind(er)

Maria Elisabeth, geboren am 22.04.1920 in München

Adressen in München

  • Kaiserstraße 63

Weitere Informationen

Andreas Kolb machte eine Lehre als Steinmetz und legte die Gesellenprüfung ab.

Nach der Ausbildung wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Er blieb in der Armee und wurde 1909 zum Unteroffizier, 1912 zum Sergeant befördert. Er war als Soldat im Ersten Weltkrieg an der französischen Front. 1915 wurde er zum Vize-Feldwebel und Offiziersstellvertreter befördert.

Von der drastischen Reduzierung der Personalstärke des Reichsheers auf Grund des Versailler Vertrags war auch Andreas Kolb betroffen. Am 30. Dezember 1920 musste er nach über 14-jähriger Dienstzeit aus dem Heer ausscheiden.

In den folgenden Jahren durchlebte er eine schwierige Zeit, in der auch seine Ehefrau starb.

Andreas Kolb wurde am 2. März 1935 in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Im Urteil des Landesgerichtes München I von 1940 ist zu lesen: “Da er der Polizei wegen seiner Homosexualität bekannt war, wurde er nach der Machtergreifung, als man diesem Übel mit aller Entschiedenheit zu Leibe ging, in der Zeit vom 22. Februar 1935 bis 7. März 1936 in Schutzhaft genommen.” Über die Zeit nach seinem ersten Aufenthalt im Konzentrationslager ist nur wenig bekannt.

Am 30.08.1938 starb seine Tochter.

Am 12. September 1940 wurde Kolb erneut wegen Unzucht zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Er wurde nach Verbüßung der Haft nicht entlassen, sondern zunächst an das Polizeigefängnis in München überstellt. Am 07.09.1942 wurde er in das KZ Flossenbürg. Er war dort vermutlich als homosexuelle Häftling interniert. Er kam dort am 30.11.1942 um.

Quelle:
Stefan Dickas in Andreas Kolb — ErinnerungsWerkstatt München