Dora Helbing, geb. Goldstein

Dora Helbing, geb. Goldstein
* 02.03.1895 in München, deportiert am 13.03.1943
nach Auschwitz, ermordet in Auschwitz

Mariahilfstraße 9, 81541 München
Stolperstein verlegt am 12.11.2018

Biografie

Dora (auch: Doris) Helbing, geb. Goldstein

Sekretärin, geboren am 02.03.1895 in München, verheiratet, deportiert am 13.03.1943 aus München nach Auschwitz, ermordet in Auschwitz

Eltern

Friedrich Heinrich Goldstein, Kaufmann, Helene Hilda, geb. Einstein

Ehepartner

Heirat am 22.05.1941 in München mit Friedrich David Helbing, geboren am 16.12.1888 in München, gestorben am 13.03.1943 in Auschwitz

Adressen in München

  • Mariahilfstraße 9, bei den Eltern (seit 01.01.1916)
  • Corneliusstraße 1 (seit 27.05.1941)
  • Lindwurmstraße 125 (seit 03.02.1942)

Weitere Informationen

In der Mariahilfstraße 9 erinnern wir mit Stolpersteinen an das Ehepaar Hilda und Heinrich Goldstein sowie deren Tochter Dora und ihren Mann Friedrich (Fritz) Helbing.

Heinrich Goldstein kam am 29. Dezember 1862 im fränkischen Welbhausen, Kreis Uffenheim (zwischen Nürnberg und Würzburg), als Sohn des Metzgermeisters Samson Goldstein und seiner Frau Doris zur Welt. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns und zog am 1. Juli 1893 nach München in eine Wohnung im 1. Stock der Mariahilfstr. 9. Wenig später, am 24. Juli 1893, heiratete er seine aus Buttenwiesen, Kreis Wertingen, stammende Frau Hilda Goldstein, eine geborene Einstein.

Am 2. März 1895 bekam die Familie Zuwachs: ihre gemeinsame Tochter Dora. Sie wuchs hier auf, besuchte drei Jahre die Riemerschmid’sche Handelsschule in München und wurde Sekretärin.

Am 22. Mai 1941, als deutsche Soldaten bereits weite Teile Europas in Brand gesteckt hatten, heiratete Dora ihren Fritz, Friedrich David Helbing. Fritz stammte aus einer Münchner Kunsthändlerfamilie; er wurde am 16. Dezember 1888 als Sohn von Hugo und Sofie Helbing geboren und wurde, wie seine Eltern, später ebenfalls Kunsthändler.

Wenige Tage nach der Hochzeit, am 27. Mai 1941, zog das Paar in eine gemeinsame Wohnung im 1. Stock der Corneliusstraße 1. Doras Eltern Heinrich und Hilda Goldstein, lebten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Mariahilfstraße, denn sie waren schon alt und gebrechlich – Heinrich 79 und Hilda 81. Deshalb zogen die Goldsteins am 14. April 1939 ins Altenheim der Isrelitischen Kultusgemeinde in der Mathildenstraße 9.

Dora Helbing arbeitete im November 1942 bei der jüdischen Gemeinde.

Dora Helbing wurde zusammen mit ihrem Mann Friedrich am 13. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Das Ehepaar wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.

Ihre Eltern wurden nach Theresienstadt deportiert und in Treblinka ermordet.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives
Statistik des Holocaust