Dr. jur. Robert Theilhaber
Dr. jur. Robert Theilhaber
* 14.10.1881 in Bamberg, deportiert am 12.08.1942
aus dem Lager Drancy nach Auschwitz, ermordet in Auschwitz am 13.08.1942
Löfftzstraße 5, 80637 München
Stolperstein noch nicht verlegt
Biografie

Rechtsanwalt, geboren am 14.10.1881 in Bamberg, verheiratet, emigriert am 01.08.1939 nach Paris, Frankreich, deportiert am 12.08.1942 aus Drancy (Lager) nach Auschwitz, ermordet im Jahr 1942 in Auschwitz
Eltern
Hofrat Dr. med. Adolf Theilhaber, kgl. Hofarzt, Gynäkologe in München, Therese Theilhaber, geb. Cohen
Geschwister
Dr. med. u. Schriftsteller Felix Aron Theilhaber, geboren am 05.09.1884 in Bamberg, gestorben am 26.01.1956 in Tel Aviv, Israel
Ehepartner
Heirat am 04.03.1913 in München mit Wilhelmine Theilhaber, geb. Kreipl, geboren am 30.12.1892 in München.
Die Ehe galt als Mischehe.
Kinder
Gerda Charlotte, geboren am 19.12.1916 in München
Elisabeth Gertraud, geboren am 23.08.1913 in München
Adressen in München
Zugezogen am 01.05.1888 von Bamberg
- Steinsdorffstraße 3 (seit 05.04.1913)
- Löfftzstraße 5 (seit 24.03.1932)
- Rückertstraße 4 (seit 05.03.1939)
Weitere Informationen
Dr. Robert Theilhaber führte am Promenadeplatz 10/II eine Kanzlei.
Am 20.03.1933 erschienen drei Zivilbeamte um eine Haussuchung vorzunehmen. Herr Dr. Theilhaber öffnete nicht, sondern hielt mit der Polizei Rücksprache. Drei Tage später, morgens um 7:30 wurde eine Haussuchung durchgeführt und Frau Wilhelmine Theilhaber sollte in Schutzhaft genommen werden, “weil sie der SPD nahestand”. Ihr von einem Amtsarzt bestätigter schlechter Gesundheitszustand verhinderte es.
Dr. Robert Theilhaber wurde im November 1938 in das KZ Dachau verschleppt und noch im selben Monat durch die Intervention seines Bruders Felix Aaron Theilhaber befreit, der dafür aus Tel Aviv anreiste. Robert Theilhaber emigrierte nach Paris, wurde 1940 in Südfrankreich interniert und am 12.08.1942 mit dem 18. Konvoi von Drancy nach Auschwitz deportiert.
Wilhelmine Theilhaber emigrierte 1946 über Marseille nach Australien. Sie starb 1981 in Hobart/Tasmanien.
Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch
Beisbart, Ortwin; Fichtl, Franz; Antje Yael Deusel und Ortwin Beisbart (Hrsg.) (2010): Gedenkbuch der jüdischen Bürger Bambergs : Opfer des nationalsozialistischen Terrors 1933-1945, 2. Auflage Bamberg: opus. https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/206
