Dr. jur. Rudolf Bunzel

Dr. jur. Rudolf Bunzel
* 13.04.1861 in Prag,
ermordet in Schloss Hartheim am 20.09.1940

Maria-Theresia-Straße 8, 81675 München
Stolperstein noch nicht verlegt

Biografie

Finanz-Prokurators Adjunkt a.D., Advokat, Kunstmaler, Erfinder, Organisator, geboren am 13.04.1861 in Prag, Böhmen, deportiert am 20.09.1940 aus Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar nach Hartheim bei Linz, ermordet am 20.09.1940 in Tötungsanstalt Hartheim (17. Elul 5700)

Eltern

Samuel Bunzel, Großkaufmann in Prag, Marie, geb. Leipel

Geschwister

Mathilde, verheiratete Zeilinger
Jenny, gestorben am 16.09.1881 in Prag
Pauline, gestorben am 06.04.1935 in Wien
Wilhelm, geboren am 08.02.1856 in Prag, gestorben am 04.06.1896 in Prag
Ottilie, geboren 1857 in Prag
Emilie, verheiratete Pereles, sp. Perner, gestorben am 08.10.1913 in Prag
Friedrich
Helena, verheiratete Kohn, sp. Korst
Ernst, gestorben am 26.03.1867 in Prag
Berta
Alice, verheiratete Berger, geboren am 23.02.1872 in Prag, gestorben am 17.12.1941 in Wien

Adressen in München

Zugezogen am 01.10.1911 von Wien

  • Pienzenauerstraße 2 (seit 01.10.1911)
  • Maria-Theresia-Straße 8 (seit 06.07.1932)
  • Reitmorstraße 52 (seit 06.03.1933)
  • Poschingerstraße 2 (seit 02.05.1934)

Weitere Informationen

Rudolf Bunzel studierte an der Deutschen Universität Prag Jura. In Prag war er als Finanz-Prokurators Adjunkt tätig.

1911 zog er von Wien nach München. Hier betätigte er sich nach eigenen Angaben als Kunstmaler (Werke konnten wir nicht nachweisen), Erfinder und Organisator. Laut einer Notiz in “Die Fackel” (Nr. 370/371 v. 05.03.1913, S. 30) von Karl Kraus hat Dr. Bunzel den Reinerlös einer zwei Säle im adaptierten Kunstausstellungsgebäude des Deutschen Künstlerverbandes in München umfassenden Kollektivausstellung für die in Not Hinterbliebenen der Kriegsopfer am Balkan gewidmet.

Dr. Rudolf Bunzel wurde am 10.05.1939 von der Polizei verhaftet, und im Juli 1939 entmündigt. Er wurde in die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar eingewiesen. Am 20. September 1940 wurde er im Rahmen der „Sonderaktion gegen jüdische Anstaltspatienten“ gemeinsam mit mehr als 190 weiteren Männern, Frauen und Kindern in die oberösterreichische Tötungsanstalt Hartheim bei Linz deportiert und nach Ankunft mit Kohlenmonoxid ermordet.

Quellen:

Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945

Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“

Arolsen Archives

Ilse Macek: Rudolf Bunzel, Jurist und Kunstmaler, in: Gedenken an den 9. November 1938 – Jeder Mensch hat einen Namen, hrsg. von der Arbeitsgruppe “Gedenken an den 9. November 1938”, München, URL: https://www.gedenken9nov38.de/namenslesung/biografien/rudolf-bunzel/