Eugen Abeles

Eugen Abeles
* 02.09.1897 in Chiesch, Bezirk Luditz, Westböhmen, deportiert am 20.11.1941
ermordet in Kaunas am 25.11.1941

Reitmorstraße 53, München
Stolperstein verlegt am 10.06.2021

Biografie

Eugen Abeles wurde am 2.September 1897 in Chiesch (Böhmen, damals K.u.K. Monarchie) geboren. Er kam mit seinen drei älteren Geschwistern und den Eltern bereits 1899 nach München; hier wurden weitere vier Kinder geboren, von denen das jüngste als Kleinkind verstarb. Die Familie Abeles war eine erfolgreiche Kaufmannsfamilie, die mehrere Läden und eine der größten Zigarettenfabriken in München besaß. Eugen und seine Brüder waren im Vertrieb und in der Fabrikation als Kaufmännische Direktoren der Fabrik tätig, die bis 1938 ihre Hallen und Anlagen in der Lindwurmstraße 125 hatte. Nach der Reichspogromnacht mussten die Brüder im KZ Dachau ihrer Enteignung zustimme, bevor sie wieder entlassen wurden.
Die drei in München geborenen jüngeren Brüder konnten in die USA emigrieren, Eugen Abeles wurde zusammen mit seinen beiden älteren Brüdern
am 21. November 1941 nach Kaunas deportiert und nach der Ankunft vier Tage später dort ermordet.
Die jüdische Gemeinde München übernahm die Räumlichkeiten der Familie Abeles in der Lindwurmtraße 125, nachdem ihr Sitz in der Innenstadt zerbombt worden war. Als sich die Überlebenden der einst wohlhabenden Kaufmannsfamilie nach 1945 um Entschädigung für ihren enteigneten Besitz bemühten, wurden sie mit
einer lächerlichen Summe abgespeist, die nicht einmal einem Zehntel der Forderungen entsprach. Vor dem einstigen Wohnhaus in der Reitmorstraße 53 wurde am 10.06.2021 ein Stolperstein für Eugen Abeles verlegt.