Eugen Abeles
Eugen Abeles
* 02.09.1897 in Chiesch, Bezirk Luditz, Westböhmen (heute: Chyše, Tschechien), deportiert am 20.11.1941
nach Kaunas, ermordet in Kaunas am 25.11.1941
Reitmorstraße 53, 80538 München
Stolperstein verlegt am 10.06.2021
Biografie
Kaufmann, geboren am 02.09.1897 in Chiesch, Kr. Luditz, Westböhmen (heute: Chyše, Tschechien), geschieden, deportiert am 20.11.1941 aus München nach Kaunas, ermordet am 25.11.1941 in Kaunas (05. Kislev 5702)
Eltern
Max Abeles, Fabrikant in München, Dorothea , geb. Aschenbrenner
Geschwister
Friedrich, geboren am 01.04.1892 in Chiesch, ermordet am 25.11.1941 in Kaunas
Therese Silbermann, geboren am 18.08.1893 in Chiesch, emigrierte im September 1937 über Mailand nach New York, gestorben am 15.11.1979 Palisades, New York
Ernst, geboren am 21.06.1895 in Chiesch, ermordet am 25.11.1941 in Kaunas
Oskar, geboren am 28.09.1900 in München, emigrierte 1939 nach New York, gestorben im Mai 1982 in New York
Otto, geboren am 21.02.1902 in München, emigrierte im Februar 1939 nach New York
Joseph, geboren am 18.03.1905 in München, emigrierte im März 1938 über Teplitz nach New York, gestorben am 12.03.1994 in Queens, New York
Heinrich, geboren am 08.04.1908 in München, gestorben am 09.04.1909 in München
Ehepartner
Heirat am 16.02.1922 in München mit Margarete Abeles, geb.Lewy, geboren am 09.09.1898 in München
Kind(er)
Heinz Kurt (Harry), geboren am 06.12.1922 in München
Adressen in München
Zugezogen am 30.10.1899 von Chiesch
- Corneliusstraße 1, Loewy (seit 02.03.1922) (bis 20.09.1938)
- Lindenschmitstraße 49, bei den Eltern (seit 20.09.1938) (bis 01.11.1938)
- Reitmorstraße 53, Kaphan (seit 01.11.1938) (bis 16.02.1940)
- Schwanthalerstraße 49 (seit 16.02.1940) (bis 02.10.1940)
- Mathildenstraße 13 (seit 01.10.1940) (bis 03.11.1941)
- Clemens-August-Straße 9 – Sammellager in Berg am Laim (seit 21.07.1941) (bis 20.11.1941)
Weitere Informationen
Eugen Abeles wurde am 2.September 1897 in Chiesch (Böhmen, damals K.u.K. Monarchie) geboren. Er kam mit seinen drei älteren Geschwistern und den Eltern bereits 1899 nach München; hier wurden weitere vier Kinder geboren, von denen das jüngste als Kleinkind verstarb.
Eugen Abeles war Inhaber und Geschäftsführer der Zigaretten & Tabakfabrik Abeles GmbH in der Lindwurmstraße 127 (oder 125?).
Er bemühte sich mit seiner Ehefrau vergeblich um Emigration nach Südamerika und Shanghai.
Seine Eltern wurden nach Theresienstadt deportiert und in Auschwitz ermordet.
Sohn Heinz emigrierte nach New York, er änderte seinen Vornamen in Harry, er kämpfte als U.S. Soldat im Zweiten Weltkrieg. Harry Abeles starb am 03.04.2007 in San Francisco, Kalifornien.
Vor dem einstigen Wohnhaus in der Reitmorstraße 53 wurde am 10.06.2021 ebenfalls ein Stolperstein für Eugen Abeles verlegt.
Die Familie Abeles war eine erfolgreiche Kaufmannsfamilie, die mehrere Läden und eine der größten Zigarettenfabriken in München besaß. Eugen und seine Brüder waren im Vertrieb und in der Fabrikation als Kaufmännische Direktoren der Fabrik tätig, die bis 1938 ihre Hallen und Anlagen in der Lindwurmstraße 125 hatte. Nach der Reichspogromnacht mussten die Brüder im KZ Dachau ihrer Enteignung zustimme, bevor sie wieder entlassen wurden.
Die drei in München geborenen jüngeren Brüder konnten in die USA emigrieren, Eugen Abeles wurde zusammen mit seinen beiden älteren Brüdern am 21. November 1941 nach Kaunas deportiert und nach der Ankunft vier Tage später dort ermordet.
Die jüdische Gemeinde München übernahm die Räumlichkeiten der Familie Abeles in der Lindwurmtraße 125, nachdem ihr Sitz in der Innenstadt zerbombt worden war. Als sich die Überlebenden der einst wohlhabenden Kaufmannsfamilie nach 1945 um Entschädigung für ihren enteigneten Besitz bemühten, wurden sie mit einer lächerlichen Summe abgespeist, die nicht einmal einem Zehntel der Forderungen entsprach.
Quellen: https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=1053 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Statistik des Holocaust
