Friedrich David Helbing

Friedrich David Helbing
* 16.12.1888 in München, deportiert am 13.03.1943
nach Auschwitz, ermordet in Auschwitz am 13.03.1943

Mariahilfstraße 9, 81541 München
Stolperstein verlegt am 12.11.2018

Biografie

Kunsthändler, geboren am 16.12.1888 in München, verwitwet, deportiert am 13.03.1943 aus München nach Auschwitz, ermordet am 13.03.1943 in Auschwitz

Eltern

Hugo Helbing, Kunsthändler, Sofie (auch Sophia), geb. Liebermann

Geschwister

Rudolf Josef, geboren am 04.07.1890 in München, gestorben am 08.11.1893 in München

Ehepartner

Heirat am 22.05.1941 in München mit Doris/Dora Goldstein, geboren am 02.03.1895 in München
In zweiter Ehe Heirat am 27.05.1926 mit Martha Wild, geboren am 28.08.1903 in Cronheim, diese Ehe wurde im Mai 1938 geschieden
In erster Ehe Heirat am 12.07.1920 mit Auguste Susanna Betty Fischer, geboren am 19.02.1900 in Traunthal b. Kelheim, gestorben am 20.10.1922 in München

Adressen in München

  • Liebigstraße 21, bei den Eltern (seit 26.04.1923)
  • Maximiliansplatz 21, Parkhotel (seit 28.02.1927)
  • Herzogparkstraße 1, eigene Wohnung (seit 18.06.1927)
  • Reitmorstraße 12, Silbermann (seit 17.03.1932)
  • Krumbacher Straße 6, Schloßstein (seit 02.02.1939)
  • Corneliusstraße 1, Abeles (seit 01.07.1940)
  • Lindwurmstraße 125 (seit 03.02.1942)

Weitere Informationen

In der Mariahilfstraße 9 erinnern wir mit Stolpersteinen an das Ehepaar Hilda und Heinrich Goldstein sowie deren Tochter Dora und ihren Mann Friedrich David (Fritz) Helbing. Tochter Dora lebte dort zusammen mit ihren Eltern.

Friedrich Helbing besuchte ein humanistisches Gymnasium und nahm am Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 als Unteroffizier beim 1. Bayr. Infanterie Regiment teil. Er studierte als Hospitant an der TH Kunstgeschichte. Geschäftlich hielt er sich des öfteren im europäischen Ausland auf. Bis 31.12.1935 fungierte er als Gesellschafter in der väterlichen Kunsthandlung Hugo Helbing, Liebigstraße 21. Ab 01.01.1936 war er als kaufmännischer Angestellter bei der Fa. H. Liebermann, Landschaftsstr. 6, beschäftigt.

Die erste Ehe schloß er am 12.07.1920 mit Auguste Fischer (geboren 19.02.1900 Traunthal, gestorben 20.10.1922 München), die zweite am 27.05.1926 mit Martha Wild (geboren 28.08.1903 Cronheim), diese Ehe wurde im Mai 1938 geschieden, Martha Helbing emigrierte im Dezember 1938 nach New York.

Friedrich Helbing war vom 10.11.1938 bis 06.12.1938 in sog. “Schutzhaft” im KZ Dachau interniert.

Die dritte Ehe schloß Friedrich Helbing am 22.05.1941 mit Dora Helbing, geb. Goldstein. Wenige Tage nach der Hochzeit, am 27. Mai 1941, zog das Paar in eine gemeinsame Wohnung im 1. Stock der Corneliusstraße 1. Doras Eltern Heinrich und Hilda Goldstein, lebten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Mariahilfstraße 9, denn sie waren schon alt und gebrechlich – Heinrich 79 und Hilda 81. Deshalb zogen die Goldsteins am 14. April 1939 ins Altenheim der Isrelitischen Kultusgemeinde in der Mathildenstraße 9.

Friedrich Helbing wurde gemeinsam mit seiner dritten Ehefrau Dora nach Auschwitz deportiert. Das Ehepaar wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.

Seine Schwiegereltern wurden beide nach Theresienstadt deportiert, und in Treblinka ermordet.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives
Statistik des Holocaust