Gertrud Cahn

Gertrud Cahn
* 04.02.1921 in München, deportiert am 20.11.1941
nach Kaunas, ermordet in Kaunas am 25.11.1941

Herzog-Heinrich-Straße 8, 80336 München
Stolperstein noch nicht verlegt

Biografie

Hausangestellte, geboren am 04.02.1921 in München, ledig, deportiert am 20.11.1941 aus München nach Kaunas, ermordet am 25.11.1941 in Kaunas (05. Kislev 5702)

Eltern

Joseph Cahn, Tabakwarenhändler in München, Elisabeth, geb. Reiß

Geschwister

Fritz, geboren 07.03.1922 München, emigrierte 1939 nach Triest, Italien, von dort nach Jugoslawien, überlebte die Shoah als Partisan in Jugoslawien

Kind(er)

Judis, geboren am 09.08.1940 in München

Adressen in München

  • Mariannenstraße 2, bei den Eltern (seit 22.06.1923)
  • Hermann-Schmid-Straße 5 (seit 19.01.1940)
  • Mariannenstraße 2, bei der Mutter (seit 01.04.1940)
  • Herzog-Heinrich-Straße 8, bei der Mutter (seit 22.06.1940)
  • Rosenheimer Straße 38, bei der Mutter (seit 21.03.1941)

Weitere Informationen

Gertrud Cahn besuchte von 1931 bis 1935 das Lyzeum in der Herrnstraße. Im Schuljahr 1935/36 war sie Schülerin der Städtischen Frauenarbeitsschule am Oberen Anger 15. Sie verließ die Schule, da sie im Oktober 1935 eine Lehrstelle in einem Putzgeschäft antrat. Ab 13. Mai 1939 war sie als Hausmädchen in Herrlingen, Gde. Blaustein, gemeldet. Dort existierte ein jüdisches Altersheim, zu deren ersten Angestellten sie gehörte.

Am 01.06.1939 zog Gertrud Cahn wieder nach München. Dort fand sie vermutlich eine Anstellung im israelitischen Krankenhaus. Sie wurde mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Tochter Judis deportiert.

Vater und Bruder waren 1939 zunächst nach Triest, Italien, emigriert.

Die letzte Nachricht des Vaters kam aus Budapest. Joseph Cahn wurde aus Ungarn deportiert und ermordet.

Bruder Fritz gelang illegal von Triest aus nach Jugoslawien. Er konnte aus Lagern fliehen und überlebte die Shoah in Jugoslawien auf abenteuerliche Weise bei den Partisanen.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives