Gottlieb Branz

Gottlieb Branz
* 13.09.1896 in München, deportiert am 03.01.1939
festgenommen KZ Buchenwald überlebt am 26.09.1972

Aignerstraße 3, 81541 München
Stolperstein verlegt am 13.09.2026

Biografie

Bibliothekar, Münchner Kommunalpolitiker (SPD), Widerstandskämpfer, geboren am 13.09.1896 in München, verheiratet, verhaftet am 03.01.1939, am 16.10.1939 deportiert in das KZ Buchenwald, befreit am 11.04.1945

Ehepartner

Heirat 1925 mit Lotte Branz, geb. Harich, geboren am 05.08.1903 in Regensburg

Kind(er)

Julian, geboren 1926 in München

Adressen in München

  • Aignerstraße 3

Weitere Informationen

Gottlieb Branz trat 1912, im Alter von 16 Jahren, in die SPD ein.

Im Ersten Weltkrieg war er von 1915 bis 1919 Soldat beim „Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regiment München“.

Nach dem Ersten Weltkrieg leitet als Vorsitzender die SPD-Sektion Obergiesing I. 1920 wurde er Bibliothekar der Münchner Gewerkschaftsbibliothek an der Pestalozzistraße.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor er die Anstellung am 09.03.1933. Nachdem die SPD am 22.06.1933 verboten worden war, war er vom 30.06.1933 bis 26.10.1933 in sog. “Schutzhaft” im KZ Dachau interniert. Nach seiner Entlassung waren er und seine Frau Lotte im Widerstand aktiv, u.a. ab Mitte 1934 mit Kurierfahrten zum Exil-Parteivorstand in der Tschechoslowakei. In dieser Zeit schleusten sie auch mehrere jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger und deren Kinder über die Grenze ins Nachbarland. Ab 1935 koordinierten Lotte und Gottlieb Branz die Arbeit einer der drei Münchner Gruppen des SPD-Widerstandskreises „Neu Beginnen“.

Am 03.09.1939 wurder Gottlieb Branz auf Grund der Denunziation durch einen Spitzel verhaftet. Er wurde zu mehreren Monaten Haft verurteilt, im Anschluß am 17.10.1939 als sog. “politisch Rückfälliger” in das KZ Buchenwald deportiert.

Er überlebte, und kehrte nach der Befreiung des KZ Buchenwald am 11.04.1945 nach München zurück.

In München organisierte er mit Thomas Wimmer die Wiedergründung der SPD und wurde deren stellvertretender Vorsitzender. Am 16.08.1945 wurde er Mitglied des Stadtrats, dem er bis 1956 angehörte, ab 1948 als Fraktionsvorsitzender. 1950 bis 1961 betrieb er als Direktor der Münchner Stadtbüchereien deren Auf- und Ausbau. am 10.01.1946 wurde ervzum Vizepräsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes gewählt.

Gottlieb Branz starb am 26.09.1972 in München.

Für ihn und seine Familie ist neben den Stolpersteinen in der Aignerstraße 3 auch eine Gedenktafel angebracht durch den Bauverein Giesing eG.

Quelle:

Wohnungsbaugenossenschaft Bauverein Giesing eG: Familie Branz Gedenktafel, Aignerstr. 3, Lotte Branz (1903 – 1987), Gottlieb Branz (1896 – 1972), URL: https://bvgiesing.de/gedenken1/