Gustav Baldauf
Gustav Baldauf
* 31.03.1880 in Binswangen,
gestorben in München am 15.03.1935
Seestraße 8, 80802 München
Stolperstein verlegt am 12.11.2018
Biografie
Diplomingenieur, Kaufmann, geboren am 31.03.1880 in Binswangen, verheiratet, gestorben am 15.03.1935 in München (10. Adar II 5695)
Eltern
Nathan Lazarus Baldauf, Lina Baldauf, geb. Neuburger
Geschwister
Klara Oestreicher, geboren 23.11.1876 Binswangen, lebte 1939 in Würzburg, emigrierte im März 1939 nach Wales, England
Ehepartner
Heirat am 28.12.1918 in Mannheim mit Margarete Baldauf, geb. Strauß, geboren am 12.01.1894 in Mannheim, gestorben am 21.08.1982 in Stanislaus, Kalifornien.
Kinder
Annemarie, geboren am 19.11.1919 in München
Günther, geboren am 20.05.1923 in München
Adressen in München
Zugezogen am 31.10.1899
- Seestraße 5 – heute Seestraße 8 (seit 25.10.1921)
Weitere Informationen
Das schöne Haus in der Seestraße Nummer 8 – ehemals Nummer 5 – ließ sich die Witwe des Archäologen Adolf Furtwängler (1853-1907) im Jahr 1908 erbauen. Als ihr Mann 1907 während einer Ausgrabung auf der Insel Ägina überraschend verstarb, waren die vier Kinder mit ihren Ausbildungen noch nicht fertig, und die Witwenpension sehr dürftig. Also nahm Maria Furtwängler das Angebot von James Loeb an, ihr für 280.000 Goldmark das Anwesen in der Maria-Josepha-Straße 8 abzukaufen; von einem Teil des Geldes ließ sie das sogenannte ‘Rentehaus´ in unmittelbarer Nachbarschft zum vorherigen Besitz errichten.
1921 erwarb der Ingenieur Gustav Baldauf (*1880) dieses Anwesen, hatte im Erdgeschoss ein technisches Büro und eine Korbwarenherstellungsfirma und lebte hier mit seiner Familie. Seine Frau Margarete (*1894) hatte er 1918 Ende Dezember in Mannheim geheiratet, im Herbst 1919 wurde die Tochter Annemarie geboren und 1923 der Sohn Günther.
Im Zuge der starken Ausgrenzung, die jüdische Bürger seit 1933 erfuhren, nahm sich Gustav Baldauf im März 1935 vermutlich das Leben. Das ist aber nur eine Vermutung; Selbstmorde waren unter jüdischen Münchnern sehr häufig; jedoch wurden sie, wenn möglich, verschleiert, damit nicht alle Versicherungen erloschen und die Witwen ohne Einkommen waren.
Seine Witwe Margarete führte die Geschäfte bis Ende 1935 weiter. Ihre Tochter Annemarie schickte sie bereits 1936 nach New York und folgte ihr mit dem Sohn Günther im November 1938.
Quelle: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
