Hedwig Hirsch, geb. Hofheimer
Hedwig Hirsch, geb. Hofheimer
* 06.09.1875 in Augsburg, deportiert am 22.08.1942
aus Stuttgart nach Theresienstadt, ermordet in Treblinka am 26.09.1942
Steinsdorfstraße 13, 80538 München
Stolperstein verlegt am 02.10.2020
Biografie
geboren am 06.09.1875 in Augsburg, verwitwet, deportiert am 22.08.1942 aus Stuttgart nach Theresienstadt, ermordet am 31.12.1942 in Treblinka
Eltern
David Hofheimer, Kaufmann in Augsburg, sp. in Ulm, Sophie Hofheimer, geb. Steppacher
Geschwister
Wilhelm, geboren 20.09.1882 Ulm, emigrierte im Oktober 1936 nach Prag, am 16.10.1941 von Prag ins Ghetto Lodz deportiert, ermordet
Ehepartner
Dr. vet. Karl Hirsch, Tierarzt, geboren am 09.05.1865 in Hamburg, gestorben am 17.02.1935 in München
Adressen in München
Zugezogen am 26.02.1899 von Stuttgart
- Steinsdorfstraße 10 (seit 01.04.1902)
- Thierschstraße 40 (seit 01.10.1936)
- Stuttgart (seit 30.10.1936)
- Herzog-Rudolf-Straße 2 (seit 15.03.1939)
- Stuttgart (seit 11.05.1939)
- Abgemeldet am 30.10.1936 nach Stuttgart, Johannesstr. 51/III bei Strauß
Weitere Informationen
Hedwig Hirsch wurde als erstes von zwei Kindern des Kaumanns David Hofheimer und seiner Frau Sophie Hofheimer, geb. Steppacher, am 6.9.1875 in Augsburg geboren.
Sie heiratete den zehn Jahre älteren Tierartz, Dr. med. vet. Karl Hirsch, (*9.5.1865), Sohn des Kaufmanns Salomon Hirsch und seiner Frau Maia Hirsch, geb. Keller. 1899 zogen die Eheleute Karl und Hedwig Hirsch von Stuttgart nach München, wo sie ab 1. April 1902 die Erdgeschosswohnung in der Steinsdorfstraße 13 bezogen.
Am 17. Februar 1935 starb Karl Hirsch in München „an unbekannter Todesursache“ – häufig eine Umschreibung für Suizid.
Hedwig Hirsch zog am 1. Oktober 1936 in die Thierschstraße 40 und Ende des Monats zurück nach Stuttgart. Von dort wurde sie am 23. August 1942 mit Transport XIII/1 nach Theresienstadt deportiert. Wenige Wochen danach wurde sie mit Transport Nr. 1085 am 26.09.1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie – wie alle 1997 Personen der Deportation – ermordet wurde.
Hedwigs sieben Jahre jüngerer Bruder Wilhelm, geboren am 20.09.1882 in Ulm, wohnte ab Dezember 1918 ebenfalls in der Steinsdorfstraße 13 bei Schwester und Schwager und war dort bis September 1936 gemeldet. Von 13.07.1933 bis 13.08.1935 war er in der Gefangenenanstalt St. Georgen bei Bayreuth inhaftiert. Im Oktober 1936 floh er von München nach Prag, wo er in der Schwerinova 84 bei Guth gemeldet war. Von dort wurde er mit Transport Nr. 351 am 16.10.1941 nach Lodz deportiert. Von den insgesamt 1000 Personen dieser Deportation überlebten 27 die Shoah. Er lebte im Lodzer Ghetto in der Mühlgasse 13 und war im Ghetto als Direktor tätig. Dann verlieren sich seine Spuren.
Am 2.10.2020 wurden für Karl und Hedwig Hirsch und Hedwigs Bruder Hofheimer drei Stolpersteine in der Steinsdorfstraße 13 verlegt.
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Institut Terezínské iniciativy
