Henriette Eppstein, geb. Saal

Henriette Eppstein, geb. Saal
* 02.10.1895 in in München, deportiert am 04.04.1942
ermordet in Piaski

Thierschstraße 25, München
Stolperstein verlegt am 10.06.2021

Biografie

Henriette Eppstein wurde als einziges Kind von August und Regina Saal, geb. Koh, in München
Geboren. Henriette besuchte die Frauenarbeitsschule und die Holzberger Handelsschule.
Am 15. Februar 1939 heiratete sie den sieben Jahre älteren Kaufmann Siegfried Eppstein. Er hatte in Feuchtwangen ein Textilwarenhaus betrieben und seinee Geburtsstadt verlassen, nachdem diese durch am 20. Dezember 1937 „judenfrei“ gemacht werden sollte: Dabei war sein Wohnhaus demoliert und geplündert worden; er selbst war misshandelt und anschließend in „Schutzhaft“ genommen worden. Siegfried und Henriette Eppstein wohnten von März 1938 bis Januar 1939 in der Thierschstraße 25 in München. Beide mussten ab 1. Dezember 1941 in der Flachsröste Lohhof Zwangsarbeit leisten. Ihre Bemühungen, im Sommer in die USA zu fliehen, blieben vergeblich. Am 4. April 1942 wurden die Eheleute nach Piaski deportiert. Henriette wurde dort ermordet; ihr Todestag ist unbekannt. Siegfried wurde am 22.05.1942 in Majdanek ermordet. Am 10. Juni 2021 haben die heutigen Bewohner:innen des Hauses in der Thierschstraße 25 auf der Schwelle zum Hauseingang insgesamt sieben Stolpersteine zur Erinnerung an die ermordeten vormaligen Bewohner:innen verlegen lassen.