Hermann Lewin

Hermann Lewin
* 28.06.1879 in Wilna, deportiert am 20.11.1941
nach Kaunas, ermordet in Kaunas am 25.11.1941

Theresienstraße 128, 80333 München
Stolperstein noch nicht verlegt

Biografie

Kaufmann, Schneider, geboren am 28.06.1879 in Wilna, Russland (Vilnius, Litauen), verheiratet, deportiert am 20.11.1941 aus München nach Kaunas, ermordet am 25.11.1941 in Kaunas (05. Kislev 5702)

Eltern

Jakob Lewin, Metzger in München, Malka Lewin, geb. Israelevsky

Ehepartner

Heirat am 02.09.1913 in Karlsbad mit Laura Lewin, geb. Löwy, geboren am 11.05.1890 in Drahowitz (Drahovice) bei Karlsbad (Karlovy Vary), Westböhmen, gestorben am 25.11.1941 in Kaunas

Kinder

Else, geboren am 26.06.1914 in München-Pasing
Sali, geboren am 02.08.1916 in München
Hilda, geboren am 07.07.1915 in München
Gerda, geboren am 03.01.1918 in München
Rita, geboren am 01.02.1919 in München
Ilse, geboren am 12.12.1926 in München

Adressen in München

Zugezogen am 20.08.1906

  • Müllerstraße 44 (seit 14.01.1907)
  • Kapuzinerstraße 48 (seit 22.08.1914)
  • Klenzestraße 30 (seit 02.12.1916)
  • Auenstraße 40 (seit 06.10.1917)
  • Theresienstraße 128 (seit 01.04.1931)

Weitere Informationen

Hermann Lewin lebte von Mai 1909 bis August 1914 in Berlin.

Er betrieb seit 26.08.1927 einen Kleinhandel mit Schuhen und Schuhwaren in der Augustenstraße 61, in dem eine Verkäuferin beschäftigt wurde. Dieses Gewerbe wurde am 10.11.1938 geschlossen. In der “Kristallnacht” war es zu Zerstörungen gekommen, außerdem wurden 200 RM aus der Ladenkasse gestohlen. Verwüstet wurde außerdem die Privatwohnung in der Theresienstraße. Das Litauische Generalkonsulat protestierte gegen diese Übergriffe, erhielt jedoch lediglich eine beschwichtigende Antwort von der Gestapo. In der Folge lebte Lewin von Mieteinnahmen und Ersparnissen. Am 28.01.1939 eröffnete er seinen Laden aufs neue; er behauptete, dafür von der Gestapo eine mündliche Genehmigung erhalten zu haben. Nach mehrfachen Aufforderungen wickelte er sein Geschäft bis zum 15. November 1939 ab.

Tochter Gerda emigrierte im März, Tochter Hilda im Oktober 1937 nach Los Angeles, Kalifornien; Tochter Rita 1939 nach England.

Hermann Lewin wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau deportiert und ermordet.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives
Statistik des Holocaust