Hilda Goldstein, geb. Einstein

Hilda Goldstein, geb. Einstein
* 19.04.1860 in Buttenwiesen, Kreis Wertingen, deportiert am 23.06.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Treblinka am 31.12.1942

Mariahilfstraße 9, 81541 München
Stolperstein verlegt am 12.11.2018

Biografie

geboren am 19.04.1860 in Buttenwiesen, verheiratet, deportiert am 23.06.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 31.12.1942 in Treblinka

Eltern

Samuel Einstein, Fanny Einstein, geb. Lang

Geschwister

Gabriel, geboren 27.02.1866 München, gestorben 08.01.1941 München, Suizid

Ehepartner

Heirat am 20.07.1893 in München mit Heinrich Goldstein, Kaufmann, geboren am 29.12.1862 in Welbhausen

Kind(er)

Dora, geboren am 02.03.1895 in München

Adressen in München

  • Mariahilfstraße 9 (seit 01.01.1916)
  • Wagnerstraße 3 (seit 01.03.1939)
  • Mathildenstraße 9 (seit 14.04.1939)
  • Knorrstraße 148 – Barackenlager (seit 13.04.1942)

Weitere Informationen

In der Mariahilfstraße 9 erinnern wir mit Stolpersteinen an das Ehepaar Hilda und Heinrich Goldstein sowie deren Tochter Dora und ihren Mann Friedrich (Fritz) Helbing.

Heinrich Goldstein kam am 29. Dezember 1862 im fränkischen Welbhausen, Kreis Uffenheim (zwischen Nürnberg und Würzburg), als Sohn des Metzgermeisters Samson Goldstein und seiner Frau Doris zur Welt. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns und zog am 1. Juli 1893 nach München in eine Wohnung im 1. Stock der Mariahilfstr. 9. Wenig später, am 24. Juli 1893, heiratete er seine aus Buttenwiesen, Kreis Wertingen, stammende Frau Hilda Goldstein, eine geborene Einstein.

Am 2. März 1895 bekam die Familie Zuwachs: ihre gemeinsame Tochter Dora. Sie wuchs hier auf und wurde Sekretärin. Am 22. Mai 1941, als deutsche Soldaten bereits weite Teile Europas in Brand gesteckt hatten, heiratete Dora ihren Fritz, Friedrich David Helbing. Fritz stammte aus einer Münchner Kunsthändlerfamilie; er wurde am 16. Dezember 1888 als Sohn von Hugo und Sofie Helbing geboren und wurde, wie seine Eltern, später ebenfalls Kunsthändler.

Wenige Tage nach der Hochzeit, am 27. Mai 1941, zog das Paar in eine gemeinsame Wohnung im 1. Stock der Corneliusstraße 1. Doras Eltern Heinrich und Hilda Goldstein, lebten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Mariahilfstraße, denn sie waren schon alt und gebrechlich – Heinrich 79 und Hilda 81. Deshalb zogen die Goldsteins am 14. April 1939 ins Altenheim der Isrelitischen Kultusgemeinde in der Mathildenstraße 9.

Etwa ein Jahr nach der Hochzeit von Dora und Fritz Helbing, am 23. Juni 1942, wurden die Eltern von Dora, Heinrich und Hilda Goldstein, mit Transport II/08 nach Theresienstadt deportiert.
In diesem als „Altersghetto“ und „jüdische Mustersiedlung“ verklärten KZ Theresienstadt wurden Inhaftierte wie die Goldsteins ausländischen Besuchern zu NS-Propagandazwecken vorgeführt.

Als sie diesem Zweck genüge getan hatten, wurden die betagten Eheleute Goldstein am 19. September 1942 mit Transport Bo von Theresienstadt ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet. Ihre Tochter Dora Helbing wurde zusammen mit ihrem Mann Fritz am 13. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Das Ehepaar wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.

Für ihren Bruder Gabriel Einstein ist in der Schweigerstraße 6 ebenfalls ein Stolperstein verlegt.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives
Statistik des Holocaust