Jakob Kaphan
Jakob Kaphan
* 14.12.1876 in Miloslaw, Provinz Posen, deportiert am 16.07.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 09.07.1944
Reitmorstraße 53, 80538 München
Stolperstein verlegt am 10.06.2021
Biografie

Abteilungsleiter, Kaufmann, geboren am 14.12.1876 in Miloslaw, Prov. Posen, verheiratet, deportiert am 16.07.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 09.07.1944 in Theresienstadt (18. Tammuz 5704)
Eltern
Tobias Kaphan, Viehhändler in Kobylin, Mathilde Kaphan, geb. Braun
Ehepartner
Heirat am 31.08.1923 in München mit Berta Charlotte Kaphan, geb. Aronade, geboren am 23.05.1900 in Rybnik, Schlesien
Kind(er)
Kurt Tobias, geboren am 27.12.1925 in München
Adressen in München
Zugezogen am 01.01.1903
- Reitmorstraße 53 (seit 01.04.1920)
- Robert-Koch-Straße 1, Rotter (seit 20.02.1940)
- Clemens-August-Straße 9 – Sammellager in Berg am Laim (seit 07.04.1942)
Weitere Informationen
Jakob Kaphan wurde 14.12.1876 in Miloslaw, Prov. Posen geboren. Am 31. August 1932 heiratet er die 24 Jahre jüngere Berta Charlotte, geb. Aronade; der Hochzeitstag ist zugleich der Tag, an dem das Paar sich als wohnhaft in der Reitmorstraße 53 meldete, wo es bis Februar 1940 lebte.
Jakob Kaphan betrieb seit 20.04.1934 eine Provisionsvertretung in Textilwaren in der Reitmorstraße 53/I. Dieses Gewerbe wurde am 01.12.1938 für den 01.10.1938 restlos abgemeldet.
Sohn Kurt konnte noch 1939 seine Bar Mitzvah in München feiern. Als er am 4. April 1942 nach Piaski deportiert wurde und zwar getrennt von seinen Eltern war er gerade 16 Jahre alt.
Seine Eltern wurden zusammen mit Transport II/16 am 16.07.1942 nach Theresienstadt deportiert. Jakob Kaphan hatte Transportnr. 786. Von den 50 Insassen des Transports überlebten nur drei die Shoah.
Jakob Kaphan wurde dort am 09.07.1944 ermordet, er war 68 Jahre alt.
Seine Ehefrau Berta wurde wenige Tage danach nach Auschwitz deportiert und dort im Alter von 44 Jahren ermordet.
Wir wissen über das Leben der Familie in München wenig, außer, dass der Vater Jakob kaufmännischer Angestellter gewesen war und die Mutter Berta Putzmacherin. Am 10. Juni 2021 wurden zum Gedenken an die dreiköpfige Familie Kaphan Stolpersteine vor ihrem einstigen Wohnhaus in der Reitmorstraße 53 verlegt.
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Statistik des Holocaust Institut Terezínské iniciativy
