Jakob Körber

Jakob Körber
* 07.06.1892 in Ichenhausen, Kreis Günzburg, deportiert am 20.11.1941
nach Kaunas, ermordet in Kaunas am 25.11.1941

Hans-Sachs-Straße 11, 80469 München
Stolperstein verlegt am 30.04.2022

Biografie

Volksschullehrer, Vertreter, musste später Zwangsarbeit leisten, geboren am 07.06.1892 in Ichenhausen, Kr. Günzburg, verheiratet, deportiert am 20.11.1941 aus München nach Kaunas, ermordet am 25.11.1941 in Kaunas (05. Kislev 5702)

Eltern

Abraham Körber, Buchhändler und Thoraschreiber in München, Rebekka Breindel Körber, geb. Schlissel/Schlüssel, Buchhändlerin

Geschwister

Isak, geboren am 29.08.1876 in Tarnow, Galizien, lebte in Ungarn
Moses, geboren am 22.09.1883 in Tarnow, lebte in Konstantinopel, Türkei
Sara, geboren am 12. 07.1887 in Ichenhausen, gestorben am 08.08.1888 in Ichenhausen
Hannchen Weinberger, geboren am 27.07.1888 n Ichenhausen, lebte in Ungarn
Benjamin, geboren am 11.01.1890 in Ichenhausen, lebte seit 1923 in Randegg, dort Kantor, Religionslehrer und Schochet, zuletzt Leiter der Jüdischen Schule in Darmstadt, am 25.03.1942 mit Ehefrau und Kindern von dort nach Piaski deportiert und ermordet
Miriam, geboren am 15.04.1895 in Ichenhausen, im Oktober 1930 verzogen

Ehepartner

Heirat am 12.09.1940 in München mit Hedwig Hahn, geboren am 05.10.1903 in Betzdorf, gestorben am 25.11.1941 in Kaunas
Heirat am 05.05.1920 in München mit Bella Grünzeug, geboren am 21.10.1895 in München, geschieden am 17.08.1940

Adressen in München

Zugezogen am 05.04.1902 von Ichenhausen

  • Hans-Sachs-Straße 11, Grünzeug (seit 30.06.1926) (bis 13.08.1928)
  • Augsburg
  • Hans-Sachs-Straße 11, Grünzeug (seit 26.09.1928)
  • Galeriestraße 30 (seit 23.07.1940)

Weitere Informationen

Jakob Körber verbrachte die ersten zehn Lebensjahre in Ichenhausen. Er stammte aus einer sehr religiösen Familie. Die Eltern kamen beide aus Baranow in Galizien und lebten vor dem Zuzug nach Ichenhausen in Tarnow. Sein Vater Abraham handelte mit religiösen Büchern und Ritualien und war in Ichenhausen als Thoraschreiber tätig. In München betrieben die Eltern eine hebräische Buchhandlung und einen Verkauf von rituellem Wein, Landschaftsgasse, Ecke Gruftgasse. Der Vater starb im Dezember 1921, die Mutter im März 1931.

Jakob Körber und sein Bruder Benjamin besuchten die Präparantenschule in Burgpreppach. Auch Jakob und Benjamin Körber waren Thoraschreiber.

Jakob Körber lebte von 1920 bis Juli 1922 in Kleinsteinach, dort war er offensichtlich als Lehrer tätig. Betrieb von 1922 bis 1928 eine Agentur für Textilwaren. 1934 legte er den Beruf des Vertreters nieder. Von November 1938 bis Februar 1939 war er als “Aktionshäftling” im KZ Dachau interniert. Er und seine Frau wurden von Verwandten und z. T. durch die israelitische Fürsorge unterstützt. In erster Ehe (geschlossen am 05.05.1920 in München, geschieden am 17.08.1940) war er mit Bella Grünzeug (geboren 21.10.1895 München, nach Piaski deportiert und ermordet) verheiratet. Bis 1940 lebte er bei sener Schwiegermutter Eva Grünzeug.

Grab der Mutter: Neuer Israelitischer Friedhof, Sektion 15, Reihe 10, Platz 1 (Granit – Inschrift hebräisch/deutsch).

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives