Josef Halmos, geb. Kohn
Josef Halmos, geb. Kohn
* 08.03.1876 in Galánta, Ungarn, deportiert am 04.09.1943
ermordet in Auschwitz am 11.11.1943
Theresienstraße 71, 80333 München
Stolperstein verlegt am 05.11.2019
Biografie
Eisendreher, Missionsgehilfe, geboren am 08.03.1876 in Galantha, Kr. Preßburg, Ungarn (Bratislava, Slowakei), verheiratet, deportiert am 04.09.1943 nach Auschwitz, ermordet am 11.11.1943 in Auschwitz (23. Cheshwan 5704)
Eltern
Max Kohn, Agent, Rosa Kohn, geb. Stransky
Ehepartner
Heirat am 30.10.1900 in München mit Agnes Katharina, geb. Burckhardt, geboren am 14.06.1878 in München, gestorben am 17.02.1954 in München.
Die Ehe galt als Mischehe.
Kinder
Luise Maria, geboren am 13.10.1898 in München
Frieda Anna, geboren am 29.12.1901 in München
Agnes Berta, geboren am 05.01.1903 in München
Josef Friedrich, geboren am 30.05.1906 in München
Frieda, geboren am 17.11.1908 in München
Adressen in München
- Feustlerstraße 3, Hübschenberger (seit 18.08.1916)
- Anglerstraße 11, eigene Wohnung (seit 03.05.1928)
- Theresienstraße 71, Krünzel (seit 03.08.1933) (bis 15.11.1933)
- Theresienstraße 71, Hakurs (seit 03.04.1934)
- Bergmannstraße 36 (seit 15.10.1936)
- Theresienstraße 71, eigene Wohnung (seit 06.06.1937)
Weitere Informationen
Josef Halmos, vormals Kohn, trat vor der Eheschließung mit der Protestantin Agnes Burckhardt zum protestantischen Glauben über. Er war Gründungsmitglied der Baptistengemeinde in München, hier war er auch als Prediger tätig. Von 1917 bis Ende der 1920er Jahre war er als Hausverwalter bei der Süddeutschen Bremsen AG beschäftigt. Nach seiner Entlassung widmete er sich ganz seiner Predigertätigkeit. Allerdings wurde er mehr und mehr in der Baptistengemeinde ausgegrenzt und 1938 wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Gemeinderegister gestrichen. Senior-Pastor der Gemeinde war Heinrich Fiehler, der Vater Karl Fiehlers.
Nach einer Verhaftungen 1937 und Zwangsarbeit ab 1941 wurde Josef Halmos am 07.05.1943 verhaftet und am 04.09.1943 nach Auschwitz deportiert. Seine 1925 erfolgte Einbürgerung wurde 1935 widerrufen; er galt als staatenlos.
Weshalb Josef Halmos – trotz seiner bestehenden sog. “priv. Mischehe” deportiert wurde – bleibt unklar.
2002 wurde mit einer Gedenktafel an seine Tätigkeit in der Münchner Baptistengemeinde in der Holzstraße seiner gedacht.
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives
