Joseph Ziegler
Joseph Ziegler
* 17.11.1880 in Wien,
gestorben in München am 25.06.1941
Thierschstraße 36, 80538 München
Stolperstein noch nicht verlegt
Biografie
Musiker, Dirigent des Synagogenchores, Nachfolger von Kantor und Dirigent Heinrich Frei, geboren am 17.11.1880 in Wien, Österreich, verheiratet, gestorben am 25.06.1941 in München (30. ijar 5701)
Eltern
Wilhelm Ziegler, Hoftheatersänger in München, Anna Ziegler, geb. Goldfarb
Geschwister
Edmund, Kaufmann, geboren am 28.05.1879 in Wien, von Drancy, Frankreich, mit dem 51. Konvoi deportiert, ermordet in Majdanek
David, geboren am 27.03.1885 in München
Benno, Opernsänger, geboren am 08.01.1887 in München, emigrierte 1939 nach England, Remigration, gestorben am 18.04.1963 in München
Ignaz, geboren am 25.01.1888 in München
Siegfried, Kunstmaler, geboren am 23.03.1894 in München, emigrierte im November 1938 nach New York, gestorben im November 1971 in Westchester, New York
Sabine Metzger, geboren am 05.12.1897 in München, emigrierte von Karlsruhe nach Italien, überlebte die Shoah
Ehepartner
Heirat am 19.04.1925 in München mit Sonja (Sura) Ziegler, geb. Fleischer, geboren am 17.12.1898 in Odessa, gestorben am 25.11.1941 in Kaunas
Kinder
Manfred (Fred) Kurt, geboren am 30.06.1928 in München
Hannelore, geboren am 14.12.1929 in München
Adressen in München
Zugezogen am 07.10.1911
- Thierschstraße 36, bei den Eltern (seit 13.10.1913)
- Widenmayerstraße 38 (seit 27.01.1941)
- Jakob-Klar-Straße 7 (seit 21.05.1941)
Weitere Informationen
Joseph Ziegler kam mit seiner Familie im Alter von fünf Jahren nach München. Sein Vater Wilhelm Ziegler war Mitglied des Hoftheaters und über 40 Jahre Mitglied des Synagogenchores. Nach der Volksschule besuchte Joseph Ziegler bis 1897 die Ludwigs-Kreisrealschule. In der Folgezeit studierte er an der Akademie der Tonkunst Kompositionslehre bei Josef Rheinberger, Klavier bei Eduard Bach und. Berthold Kellermann, Orgel bei Josef Becht und Ludwig Maier sowie Horn bei Bruno Hoyer. Nach ersten Berufserfahrungen als Kapellmeister am Stadttheater Schleswig (1903/04) hielt er sich von 1904 bis 1911 in Paris auf und studierte bei Ch. M. Vidor. 1911 kehrte er nach München zurück und war zunächst als privater Musiklehrer tätig. 1917 wurde er als Stellvertreter des Kantors und Synagogenchordirigenten Frei angestellt. 1923 trat er die Nachfolge des verstorbenen Heinrich Frei (1846-1923) an. Für seine Komposition “Ma adam” erhielt er 1927 den ersten Preis des Deutschen Kantorenverbandes. 1934 wurde der Familie die 1928 gewährte bayerische Staatsangehörigkeit entzogen. Er trat im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes als Dirigent auf. Außerdem leitete er das “Münchner Jüdische Vokalquartett”. Er war Mitherausgeber des Werkes “Münchner Jugendchöre” v. Josef Peslmüller, Fritz Weber u. J. Ziegler. Werke: “Kol Nidrei”, eine Phantasie für Orgel; “Gebet” nach dem Text “Herr, den ich tief im Herzen trage” von E. Geibel für 3 Stimmen mit Orgelbegleitung, 1915; “Und Friede auf Erden” (aus dem Heliand) für Sopransolo mit dreistimmigem Frauen-oder Knabenchor und Orgel; Psalm “Was ist der Mensch”; “Ma adam”, für Solo, Chor und Orgel. Werke: “Kol Nidrei”, eine Phantasie für Orgel; “Gebet” nach dem Text “Herr, den ich tief im Herzen trage” von E. Geibel für 3 Stimmen mit Orgelbegleitung, 1915; “Und Friede auf Erden” (aus dem Heliand) für Sopransolo mit dreistimmigem Frauen-oder Knabenchor und Orgel; Psalm “Was ist der Mensch”; “Ma adam”, für Solo, Chor und Orgel.
Seine Ehefrau und die beiden Kindern wurden am 20.11.1941 deportiert und am 25.11.1941 in Kaunas ermordet.
Doppelgrab der Eltern Anna (1858-1927) und Wilhelm (1857-1931): Neuer Israelitischer Friedhof, Sektion 13, Reihe 7, Platz 10 (Muschelkalk, Schmuckornament Harfe).
Quelle: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
