Julie Haenlein, geboren Landauer
Julie Haenlein, geboren Landauer
* 27.04.1878 in Gerabronn, Württemberg, deportiert am 04.04.1942
nach Piaski, ermordet in Piaski am 04.04.1942
Ramungstraße 3, 81373 München
Stolperstein verlegt am 14.05.2022
Biografie

geboren am 27.04.1878 in Gerabronn, Württemberg, verwitwet, deportiert am 04.04.1942 aus München nach Piaski, ermordet in Piaski
Eltern
Israel Landauer, Bankdirektor in Gerabronn, Therese, geb. Baer
Ehepartner
Heirat am 23.05.1905 in Würzburg mit Salomon Haenlein, geboren am 15.08.1871 in Pappenheim, gestorben am 17.09.1935 in Eichstätt
Kinder
Rosa Ernestine, geboren am 15.02.1906 in Eichstätt
Hans Joseph, geboren am 28.02.1909 in Eichstätt
Adressen in München
Zugezogen am 24.03.1936 von Eichstätt
- Ramungstraße 3, eigene (seit 24.03.1936)
- Frundsbergstraße 8, Pappenheimer (seit 30.10.1939) (bis 02.12.1941)
- Arcisstraße 29 (seit 22.08.1941)
- Knorrstraße 148 – Barackenlager (seit 02.12.1941)
Weitere Informationen
Julie Landauer war zehn Jahre lang Internatsschülerin bei den “Englischen Fräulein” in Wallerstein.
Mit 27 Jahren heiratete sie in Würzburg den Rechtsanwalt und späteren Justizrat Salomon Haenlein, mit dem sie zwei Kinder hatte. Dieser gründete 1906 in Eichstätt eine Rechtsanwaltskanzlei. 17.09.1935, zwei Tage nach in Kraft treten der antisemitischen “Nürnberger Gesetze”, starb er an einem Herzinfarkt.
Wann und wo Julie Hänlein katholisch wurde, ist nicht bekannt. Im Frühling 1936 zog Julie Hänlein mit ihren Kindern und dem Hund der Familie nach München um. Hier erwarb Julie Hänlein ein eben fertiggestelltes Reihenhaus, das sie Ende 1939 unter erheblichem Druck im Zuge der sog. “Arisierung” verkaufen musste.
Sie bemühte sich im Sommer 1939 vergeblich um eine Emigrationsmöglichkeit nach England.
Tochter Rosa emigrierte im Februar 1939 nach London, Sohn Hans einen Monat später nach Shanghai.
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Statistik des Holocaust
