Julius Ambrunn

Julius Ambrunn
* 28.08.1877 in Neustadt an der Saale, deportiert am 29.07.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Auschwitz am 28.10.1944

Tengstraße 27, 80798 München
Stolperstein verlegt am 13.01.2023

Biografie

Textilkaufmann, geboren am 28.08.1877 in Neustadt an der Saale, verheiratet, deportiert am 29.07.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 31.12.1944 in Auschwitz

Eltern

Markus Ambrunn, Kaufmann in München, Sophie, geb. Reichold

Geschwister

Mathilde van Wien, geboren 16.06.1886 Gunzenhausen, emigrierte 1939 in die USA, gestorben 1945
Ludwig, geboren 03.05.1896 München, emigrierte im Januar 1940 nach Kalifornien, gestorben 27.12.1976 San Mateo, Kalifornien

Ehepartner

Heirat am 15.03.1906 in München mit Frieda Frei, geboren am 16.11.1882 in München

Kinder

Lina, geboren am 07.06.1906 in München
Leonhard, geboren am 06.04.1910 in München

Adressen in München

Zugezogen am 27.10.1886

  • Nymphenburger Straße 33, bei der Mutter (seit 21.03.1917) (bis 17.10.1939)
  • Tengstraße 27, Frei (seit 17.10.1939) (bis 19.11.1941)
  • Clemens-August-Straße 9 – Sammellager in Berg am Laim (seit 19.11.1941) (bis 29.07.1942

Weitere Informationen

Julius Ambrunn leistete von 1898 bis 1900 Militärdienst als Feldwebel bei der Infanterie.

Persönlich haftender Gesellschafter der Fa. M. u. J. Ambrunn, Herrenkonfektion und Maß, Handel mit Herrenkleidern, Einzelhandel, Theatinerstraße 17/I; abgemeldet am 28.03.1939 zum 10.11.1938. Weitere Teilhaber: Max Ambrunn und Bruder Ludwig Ambrunn. Beschäftigt wurden in dem Betrieb neben den Inhabern vier Angestellte, vier Schneider und ca. fünf Heimarbeiter, die u. a. Polizei- und Feuerwehruniformen herstellten.

Julius Ambrunn (Transportnr. 951) und seine Ehefrau wurden am 29.07.1942 mit Transport II/20 nach Theresienstadt deportiert. Von den insgesamt 50 Personen dieser Deportation überlebten elf die Shoah. Das Ehepaar wurde am 28.10.1944 mit Transport Ev weiter nach Auschwitz deportiert.

Sohn Leonhard verzog 1940 nach Berlin. Mit dem 11. Transport vom 28.03.42 wurde er von dort nach Piaski deportiert, er wurde Opfer der Shoah.

Tochter Lina meldete sich am 11.03.1936 nach Mailand ab. Dort heiratete sie im folgenden Jahr den Jurastudenten Peter v. Suchodolski (geboren 03.04.1912 München). Nach der Scheidung nahm sie wieder ihren Mädchennamen an, sie lebte später in London, England. Im März 1992 starb sie in London-Hendon.

Doppelgrab der Eltern Markus (1853-1916) und Sophie Ambrunn (1852-1936): Neuer Israelitischer Friedhof, Sektion 3, Reihe 4, Platz 10 (Suevit, Ziersäulen).

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Statistik des Holocaust
Institut Terezínské iniciativy