Julius Kaufmann
Julius Kaufmann
* 26.10.1853 in Essen,
Suizid in München am 31.10.1940
Möhlstraße 21, 81675 München
Stolperstein noch nicht verlegt
Biografie

Bücherrevisor, Bankdirektor a. D., geboren am 26.10.1853 in Essen, verheiratet, Suizid am 31.10.1940 in München (29. Tishri 5701)
Eltern
Jacob Kaufmann, Kaufmann in Elberfeld, Bella Kaufmann, geb. Boas
Ehepartner
Heirat am 03.03.1880 in Essen mit Louise Kaufmann, geb. Beer, geboren am 08.11.1858 in Warendorf
Kinder
Alice Erna, geboren am 21.12.1880 in Cottbus
Bruno, geboren am 26.04.1884 in Cottbus
Adressen in München
Zugezogen am 08.10.1900
- Dienerstraße 11, Brunner (seit 08.10.1900)
- Möhlstraße 21, eigene Wohnung (seit 24.04.1901)
- Kaulbachstraße 35 (seit 12.05.1938)
- Jakob-Klar-Straße 7, Kaufmann (seit 16.11.1938)
Weitere Informationen
Julius Kaufmann wurde in einer Stellungnahme des Armenpflegschaftsrates München zum Antrag auf Erwerb der bayerischen Staatsangehörigkeit (06.04.1901) als “sehr vermögender Mann” bezeichnet. 1901 wurde ihm die Bayr. Staatsangehörigkeit verliehen, 1908 erhielt er das Münchner Bürgerrecht. Geschäftlich war er u.a. Geschäftsführer der “Deutschen Benzin- und Oelwerke AG” und der “Deutschen Leicht-Industrie GmbH, München” und Direktor der Kriegskreditbank.
1900/01 ließ er in der Möhlstraße 21 eine Villa erbauen, hier lebte die Familie von Frühjahr 1901 bis Mai 1938. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Anwesen von Wilhelm Freiherr von Leonrod erworben.
Julius Kaufmann, seine Ehefrau und Sohn Bruno begingen gemeinsam Suizid durch Gasvergiftung.
Todesmeldung in den Münchner Neuesten Nachrichten v. 01.11.1940, S. 9: “Gemeinsamer Tod. In der Küche ihrer Wohnung in der Jakob-Klar-Straße wurden am Donnerstag vormittag die Wohnungsinhaber, ein 87 Jahre alter Mann, seine 82 Jahre alte Frau und deren 56 Jahre alter Sohn, ein Diplomingenieur, mit Gas vergiftet tot aufgefunden. Nach hinterlassenen Aufzeichnungen hatten die drei ihrem Leben selbst ein Ende bereitet. Der Beweggrund ist nicht bekannt. Um in ihrem Vorhaben nicht gestört zu werden, hatten sie, damit der Gasgeruch sie nicht verrate, die Fugen an der Küchentür abgedichtet. Als am Vormittag Untermieter die abgesperrte Küche nicht betreten konnten und leichten Gasgeruch wahrnahmen, benachrichtigten sie die Polizei, die in die Küche eindrang.”
Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Landeshaupstadt München: KulturGeschichtsPfad Stadtbezirk 04 Schwabing West, S. 31, URL: https://stadt.muenchen.de/dam/jcr:b58f688b-b1e7-4bad-b1ce-8e5cd7ea6ad3/KulturGeschichtsPfad-4-Schwabing-West.pdf
