Laura Dobriner, geb. Drey
Laura Dobriner, geb. Drey
* 23.11.1871 in München, deportiert am 01.07.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 07.07.1942
Arcisstraße 16, 80333 München
Stolperstein verlegt am 23.10.2020
Biografie

Laura Dobriner, geb. Drey
geboren am 23.11.1871 in München, verwitwet, deportiert am 01.07.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 07.07.1942 in Theresienstadt (22. Tammuz 5702)
Eltern
Isaak Moritz Drey, Kaufmann in München, Maria Drey, geb. Rothenheim
Geschwister
Henriette Drey, geboren am 05.05.1873 in München, am 25.06.1942 nach Theresienstadt deportiert, ermordet in Treblinka
Dr. med. Hermann Berthold, geboren am 29.04.1882 in München, gestorben am 03.06.1918 in einem Feldlazarett in Frankreich
Jenny Wulf, geboren am 18.06.1863 in München (Halbschwester aus der ersten Ehe des Vaters mit Henriette Heinmann)
Margarete Fox, geboren am 06.08.1864 in München (Halbschwester)
Moritz Ludwig, geboren am 15.05.1867 in München, gestorben 11.01.1875 München (Halbbruder)
Ehepartner
Heirat am 30.10.1900 in München mit Dr. phil. et chem. Paul Pinkas Dobriner, Chemiker, geboren am 17.08.1863 in Schmalleningken, Ostpreußen, gestorben am 02.03.1933 in Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar.
Kinder
Konrad, geboren am 14.10.1902 in Elberfeld
Georg Hermann, geboren am 28.10.1903 in Elberfeld
Adressen in München
Zugezogen am 01.09.1924 von Leverkusen
- Arcisstraße 32 (seit 01.01.1927)
- Kaulbachstraße 3 (seit 22.05.1938)
- Sternwartstraße 24 (seit 11.11.1938)
- Franz-Joseph-Straße 15 (seit 15.01.1939)
- Widenmayerstraße 6 (seit 10.05.1939)
- Knorrstraße 148 – Barackenlager (seit 04.12.1941)
Weitere Informationen
Laura Dobriner besuchte die Höhere Töchterschule.
Ihr Ehemann Paul Dobriner hatte 1886 in Königsberg promoviert. Er war ein höchst erfolgreicher Chemiker, der fast seine ganze berufliche Laufbahn bei den I.G. Farben in Leverkusen verbrachte und dort Abteilungsleiter des Analytischen Laboratoriums war. Dr. Paul Dobriner litt unter Depressionen, war deshalb über Monate hinweg krank und wurde 1926 pensioniert. Er verbrachte die letzten Jahre schwer erkrankt in verschiedenen Heil-und Kuranstalten. Zuletzt bis zu seinem Tod in der Heilanstalt Eglfing-Haar und wurde vermutlich auf Ersuchen seiner Familie mit Beschluß d. AG München v. 23.02.1932 entmündigt. Er starb dort am 2.März 1933. Das Direktorium der I.G. Farben widmete ihm nach seinem Tod eine würdigende Todesanzeige in der Zeitschrift: Angewandte Chemie, 46. Jg, 1933, Nr.10, S. 160.
Familie Dobriner zog 1924 zurück nach München, Laura Dobriner wohnte dann bis 1934 in ihrem Haus in der Arcisstraße 32, das im April 1934 von der NSDAP beschlagnahmt wurde. Sie musste dann mehrere Male in München umziehen, lebte auch zeitweise in Füssen, eine Zeit in Ragusa (heute Dubrovnik), in der Franz-Josephstraße 15 bei Familie Selz und die letzte Zeit in der Widenmayerstraße 6, einer Pension, bis sie im Dezember 1941 in das Lager in Milbertshofen zwangsumgesiedelt wurde.
Sie kam am 02.07.1942 mit Transport II/11 (Transportnr. 509) nach Theresienstadt. Von den insgesamt 50 Personen dieses Transportes überlebten 49 die Shoah nicht. Laut Todesfallanzeige des Ältestenrates starb sie am 07.07.1942 in Zimmer 84, Gebäude B IV, an “Herzmuskellähmung”.
Sohn Konrad studierte in München Medizin. Promovierte 1933 und emigrierte im darauffolgenden Jahr nach New York. Der bekannte Biochemiker Dr. med. Konrad Dobriner starb am 10.03.1952 in New York.
Sohn Dr. jur. H. George Dobriner emigrierte ebenfalls nach New York, und war dann lange Jahre als Anwalt in Chicago, Illinois, tätig. Er starb am 30.06.1992 in Santa Barabara, Kalifornien.
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Institut Terezínské iniciativy
