Max Ansorge
Max Ansorge
* 29.10.1893 in Breslau, Schlesien (heute: Wroclaw, Polen), deportiert am 20.01.1944
aus Westerbork (Lager) nach Theresienstadt, ermordet in Dachau/Außenstelle Kaufering am 03.01.1945
Lindwurmstraße 17, 80337 München
Stolperstein verlegt am 13.01.2023
Biografie

Kaufmann, geboren am 29.10.1893 in Breslau, verheiratet, emigriert am 28.01.1939, NL, deportiert am 20.01.1944 aus Westerbork (Lager) nach Theresienstadt, ermordet am 03.01.1945 in KZ Dachau/Außenstelle Kaufering (18. Tevet 5705)
Eltern
Louis Ansorge, Kaufmann in Breslau, Olga, geb. Bujakowski
Ehepartner
Heirat am 29.05.1922 in München mit Anna Pinsl, geboren am 27.07.1897 in München.
Die Ehe galt als Mischehe.
Kind(er)
Ludwig Maximilian, geboren am 15.11.1923 in München
Adressen in München
Zugezogen am 06.01.1914
- Karlstraße 96, Pinsl (seit 15.10.1920) (bis 03.12.1927)
- Voßstraße 8, Schmitzer (seit 01.12.1927) (bis 01.08.1936)
- Lindwurmstraße 17 (seit 01.08.1936) (bis 28.01.1939)
- Abgemeldet am 28.01.1939 nach Niederlande
Weitere Informationen
Max Ansorge lebte in “Priviligierter Mischehe”. Er gründete 1920 in der Lindwurmstraße 17 das noch heute bestehende Geschäft “Betten-Ansorge” (Groß- und Kleinhandel mit Textilwaren, ab den 30er Jahren auch Kinderwägen und Babyartikel im Sortiment, ab ca 1980 “Baby-Ansorge”), Mitte der 30er Jahre übernahm seine nichtjüdische Ehefrau den Betrieb. Max Ansorge, der im Geschäft seiner Frau angestellt war – aus diesem Grund wurde das Geschäft in die Liste jüdischen Gewerbetreibender aufgenommen – befand sich vom 10.11.1938 mehrere Wochen im KZ Dachau.
Ende Januar 1939 wanderte er nach Amsterdam aus, von wo aus er offenbar nach Brasilien emigrieren wollte. Er wurde verhaftet und im Lager Westerbork interniert. Am 20.01.1944 kam er (Deportationsnr. 15) mit Transport XXIV aus dem Lager Westerbork (dort seit 30.11.1943) nach Theresienstadt. Neun Monate später, am 29.09.1944 wurde er mit Transport Ek weiter nach Auschwitz deportiert. Dort blieb er knappe zwei Wochen und kam am 10.10.1944 ins KZ Dachau. Er erhielt die Gefangenennummer 115300 . Unterschiedliche Angaben zum Todesdatum: 03.01.1945 (Gedenkbuch Bundesarchiv, Datenbank Joods Monument) und 07.02.1945 (Häftlingskartei Dachau, Steve Morse)
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives
