Moritz Triest
Moritz Triest
* 29.01.1850 in Maineck, Kreis Lichtenfels, deportiert am 11.06.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 03.09.1942
Reitmorstraße 53, München
Stolperstein verlegt am 10.06.2021
Biografie

Kaufmann (Hopfenhändler), geboren am 29.01.1850 in Maineck, Kr. Lichtenfels, verwitwet, deportiert am 11.06.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 03.09.1942 in Theresienstadt (21. Elul 5702)
Eltern
Josef Triest, Sophie Triest, geb. Trietzfelden
Ehepartner
Heirat am 29.08.1876 in Bamberg mit Emilie Triest, geb. Böhm, geboren am 02.09.1855 in Oberlangenstadt, gestorben am 21.04.1929 in München
Kinder
Josef, geboren am 14.06.1877 in Bamberg
Karl, geboren am 28.05.1879 in Bamberg
Sophie, geboren am 18.10.1882 in Bamberg
Berthold, geboren am 08.01.1886 in Bamberg
Adressen in München
Zugezogen am 13.11.1924 von Bamberg
- Seidlstraße 11, bei der Tochter (seit 01.10.1931)
- Mauerkircherstraße 26, bei der Tochter (seit 10.04.1933)
- Reitmorstraße 53, beim Sohn Berthold (seit 20.06.1939)
- Kaulbachstraße 65 (seit 16.09.1939)
- Knorrstraße 148 – Barackenlager (seit 25.03.1942)
Weitere Informationen
Moritz Triest wurde am 29.01.1850 als einziges Kind der Eheleute Josef und Sophie Triest, geb. Tritzsfelden in Maineck, Kreis Lichtenfels geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete er als Hopfenhändler.
Im August 1876 heirate er die fünf Jahre ältere Emilie Böhm aus Bamberg. Das Paar hatte vier Kinder – Josef, Karl, Sophie und Berthold –, die zwischen 1877 und 1886 in Bamberg geboren wurden. Im November 1924 zog die Familie von Bamberg nach München.
Zwei Jahre nach dem Tod seiner Gattin Emilie – sie war am 21. April 1929 im Alter von 73 Jahren gestorben – zog Moritz Triest zu seiner Tochter Sophie zunächst in die Seidlstraße 11 und ab April 1933 in die Mauerkircherstraße 26.
Ab Juni 1939 wohnte er dann bei seinem Sohn Berthold und dessen Familie in der Reitmorstraße 53, bevor er im September desselben Jahres, im Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde in der Kaulbachstraße 65 unterkam. Von dort wurde er im März 1942 in das Barackenlager in der Knorrstraße 148 und wenige Wochen später, am 12.06.1942 mit Transport II/5 nach Theresienstadt deportiert. Von den insgesamt 50 Personen dieser Deportation überlebte nur eine die Shoah. Laut Todesfallanzeige des Ältestenrates starb Moritz Trist am 3. September 1942 um 10 Uhr in Zimmer 64 des Altersheimes in der Kavalierkaserne an “Darmkatarrh”.
Seine Tochter Sophie war verheiratet mit Barry (Baruch) Silberthau. Nach dessen Tod im Mai 1931 floh sie im August 1939 nach Cambridge, England und später von dort weiter zu ihren Kindern nach New York. Sophie Silberthau starb im Mai 1970 in New York.
Der älteste Sohn von Moritz und Emilie Triest, Josef, lebte als Kaufmann in Nürnberg und wurde von dort mit Ehefrau Selma nach Izbica deportiert und ermordet.
Der zweitgeborene Sohn Karl lebte in Augsburg, bis er nach Cincinatti, Ohio fliegen konnte.
Auch der jüngste Sohn Berthold versuchte 1939 zusammen mit seiner Ehefrau Lina über Luxemburg nach Marseille, Frankreich zu fliehen, doch wurden beide in Drancy interniert, von dort nach Auschwitz deportiert und am 19. August 1942 ermordet.
Gedenkinschrift Einzelgrab Emilie Triest: Neuer Israelitischer Friedhof, Sektion 14, Reihe 8, Platz 8 (Basalt).
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Statistik des Holocaust Institut Terezínské iniciativy
