Nanette Neuburger

Nanette Neuburger
* 11.10.1867 in München, deportiert am 10.07.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 09.08.1942

Waltherstraße 29, 80337 München
Stolperstein verlegt am 12.11.2018

Biografie

Prokuristin, geboren am 11.10.1867 in München, ledig, deportiert am 10.07.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 09.08.1942 in Theresienstadt (26. Av 5702)

Eltern

Raphael Neuburger, Kaufmann in München, Julie, geb. Herzog

Geschwister

Albert, geboren am 22.11.1869 in München, gestorben am 25.12.1871
Frieda (Friederike), geboren am 18.12.1871 in München
Bernhard, geboren am 19.11.1868 in München

Adressen in München

Zugezogen am 03.04.1899

  • Corneliusstraße 13, Niedermayer (seit 03.04.1899)
  • Waltherstraße 29, Neumayer (seit 03.04.1909)
  • Friedrich-Herschel-Straße 9, Neumayer (seit 19.07.1939)
  • Lindwurmstraße 125 (seit 18.07.1941)
  • Hohenzollernstraße 4 (seit 13.05.1942)

Weitere Informationen

Nanette Neuburger war die erste Tochter von Raphael und Dorothea Neuburger, sie wurde am 11.Oktober 1867 in München geboren, elf Monate später am 10.September 1868 kam ihr jüngerer Bruder Leopold auf die Welt und drei Jahre später 1871 ihre Schwester Frieda, die im Gegensatz zu Nanette und Leopold Theresienstadt überlebte, der ältere Bruder Martin war am 15.Oktober 1866 in München geboren er ist als Reisender im Gedenkbuch vermerkt, hatte am Bavariaring 35 gewohnt und starb 1937 in München.

Nanette Neuburger zog im Sommer 1909 aus der Corneliusstraße 13/3 in den zweiten Stock in der Waltherstr. 29 und lebte dort bis sie 1939 im Juli ausziehen musste, wurde dann bis zu ihrer Deportation im Juli 1942 gezwungen noch dreimal die Wohnadresse zu wechseln. Sie wurde mit Transport II/14 deportiert nach Theresienstadt. In Theresienstadt starb sie am 10.August 1942.

Ihr jüngerer Bruder Leopold war Kaufmann, besaß das Haus in der Tengstr.25 und ein Grundstück an der Westendstr.199, er betrieb in der Landwehrstr.28 eine Textilwarenagentur. Leopold Neuburger wurde zusammen mit seiner Frau Philine auch im Juli 1942 in einem anderen Transport nach Theresienstadt deportiert und sie wie wurden im Januar 1943 dort ermordet.

Die jüngste Schwester Frieda war zusammen mit Nanette im selben Transport II/14 nach Theresienstadt. Sie überlebte die Lagerhaft in Theresienstadt, aber über sie wissen wir sonst nichts.

Es gelingt uns doch eine Familie zu rekonstruieren, denn zunächst hatten wir nur einen Namen an dieser Adresse, mit Hilfe des Stadtarchivs ist daraus eine Familie von vier Geschwistern geworden, die alle Opfer der verbrecherischen Rassepolitik der Nazidiktatur geworden sind.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives
Statistik des Holocaust
Institut Terezínské iniciativy