Nathan Norbert Rosenthal

Nathan Norbert Rosenthal
* 01.03.1874 in München, deportiert am 03.07.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 25.06.1944

Hildegardstraße 14, 80539 München
Stolperstein noch nicht verlegt

Biografie

Antiquar, geboren am 01.03.1874 in München, verheiratet, deportiert am 03.07.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 25.06.1944 in Theresienstadt (04. Tammuz 5704)

Eltern

Ludwig Rosenthal, Antiquar in München, Minna Rosenthal, geb. Müller

Geschwister

Karolina, geboren am 10.11.1870 in München, ermordet am 12.04.1944 in Theresienstadt
Abraham, gen. Adolf, geboren am 29.05.1872 in München, ermordet am 14.02.1943 in Theresienstadt
Heinrich Hugo, geboren am 14.08.1879 in München, 1931 ausgewandert in die Schweiz, gestorben 1960

Ehepartner

Heirat am 06.09.1905 in München mit Johanna Rosenthal, geb. Kronheimer, geboren am 20.04.1883 in München, gestorben am 20.02.1941 in München

Kinder

Ernst, geboren am 25.06.1906 in München
Paul, geboren am 25.06.1906 in München
Fritz, geboren am 16.06.1908 in München

Adressen in München

  • Liebigstraße 23, bei Baumgartner (seit 24.03.1909) (bis 17.08.1937)
  • Hildegardstraße 14 (seit 17.08.1937) (bis 02.07.1940)
  • Möhlstraße 30 (seit 02.07.1940) (bis 24.01.1941)
  • Isabellastraße 13, bei Macholl (seit 24.01.1941) (bis 15.01.1942)
  • Knorrstraße 148 – Barackenlager (seit 15.01.1942) (bis 03.07.1942)

Weitere Informationen

Nathan Norbert Rosenthal besuchte die Mittelschule. Er nahm 1917-1918 am Ersten Weltkrieg teil. 1905 nahm der Vater Ludwig seine drei Söhne als Teilhaber seines Antiquariats auf. 1923 traten der Vater und Sohn Adolf aus, Norbert und sein Bruder Heinrich teilten das Erbe, Norbert Rosenfeld erhielt das Antiquariat in der Hildegardstraße. Im Mai 1925 nahm Nathan Norbert Rosenthal seine beiden Zwillingssöhne als Teilhaber auf. Die 1859 gegründete Firma “Ludwig Rosenthal’s Antiquariat” (gegr. 1859), Hildegardstraße 14, mußte 1937/1938 liquidiert werden. Sie war seit 1922 im Besitz von Nathan Norbert Rosenthal. Es handelte sich um ein wissenschaftliches Antiquariat. Außerdem war Nathan Norbert Rosenthal gerichtlich vereidigter Sachverständiger für alte Bücher, Handschriften, Kupferstiche und Handzeichnungen.

Die Bereitwilligkeit zum Verkauf mußte Nathan Norbert Rosenthal schriftlich erklären, während er mit dem Sohn Ernst zusammen im vom 10.11.1938 – 01.12.1938 im KZ Dachau in sog. “Schutzhaft” war. Norbert Nathan Rosenthal warteten vergeblich auf die Auszahlung von 40.000,- RM durch den “Sachwalter”, obwohl sie schon eine gültige Einreiseerlaubnis nach Den Haag (NL) besaßen. Bei Ausbruch des Krieges konnte durch die Verzögerung der Abwicklung die Reichsfluchtsteuer nicht bezahlt werden, wodurch eine Auswanderung unmöglich wurde.

Der Sohn Ernst, Teilhaber der Firma, arbeitete von Mai 1925 bis November 1938 mit in der Firma und emigrierte am 31. Mai 1939 nach London. Die Söhne Fritz und Paul emigrierten 1937 nach Den Haag und eröffneten dort ein Antiquariat. Nach der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 mussten sie Den Haag verlassen und lebten in Hilversum im Loosdrechtseweg 160. Fritz Rosenthal überlebte unter falschem Namen, seine Ehefrau wurde 1945 in Westerbork befreit. Paul Rosenthal und seine Verlobte Eva Gumbert lebten auch versteckt, sie wurden verraten und nach Auschwitz deportiert, dort wurde Paul Rosenthal am 30.09.1944 ermordet, seine Verlobte im November 1944.

Am 04.11.1941 mußte Nathan Rosenthal eine “freiwillige” Spende in Höhe von 1.500 RM zur Finanzierung des Lagers Milbertshofen leisten.

Norbert Rosenthal (Transportnr. 627) kam am 04.07.1942 mit Transport II/13 nach Theresienstadt. Von den insgesamt 50 Personen dieser Deportation überlebten sieben die Shoah.

Quellen:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945
Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“
Arolsen Archives
Statistik des Holocaust
Institut Terezínské iniciativy