Regina Wolpe, geb. Cohn
Regina Wolpe, geb. Cohn
* 20.01.1866 in Gollup, Kr. Briesen, deportiert am 05.06.1942
nach Theresienstadt, ermordet in Theresienstadt am 12.07.1942
Naupliastraße 25, 81547 München
Stolperstein noch nicht verlegt
Biografie

geboren am 20.01.1866 in Gollup (Golub-Dobrzyn, Kr. Briesen, Preu, verwitwet, deportiert am 05.06.1942 aus München nach Theresienstadt, ermordet am 12.07.1942 in Theresienstadt (27. Tammuz 5702)
Eltern
Nathan Cohn, Bankier in Thorn, Preußen (heute: Torun, Polen), Johanna Cohn, geb. Plonski
Ehepartner
Heirat am 18.12.1888 in Thorn mit Dr. med. Hermann Wolpe, Sanitätsrat, geboren am 08.08.1860 in Eydtkuhnen (heute: Tschernyschewskoje, Russland), Ostpreußen, gestorben am 03.01.1927.
Die Ehe galt als Mischehe.
Kind(er)
Gerhard, geboren am 17.08.1897 in Thorn
Adressen in München
Zugezogen am 31.01.1927 von Thorn
- Naupliastraße 25 (seit 03.06.1927)
- Am Bergsteig 6 (seit 06.11.1936)
- Hermann-Schmid-Straße 7 – Israelitisches Krankenhaus (seit 30.10.1939)
Weitere Informationen
Sohn Gerhard emigrierte über Zürich und England nach Siam (heute: Thailand). Er unterstützte seine Mutter über ein Sperrkonto bei der jüdischen Bank A. u. L. Maier, Lenbachplatz. Im Juni 1938 war das Guthaben erschöpft. Sohn Gerhard lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Siam, konnte jedoch die Lebenshaltungskosten für seine Mutter nicht aufbringen, da er dabei war, seine eigenen Existenz aufzubauen. Regina Wolpe ersuchte um Gewährung einer Kleinrentnerhilfe. Der Antrag wurde am 20. Juli des Jahres bewilligt und ihr wurde eine monatliche Unterstützung bis 31.01.1940 in Höhe von 48 RM schriftlich zugesagt. Im November 1938 wurde sie durch einen Brief des Städt. Wohlfahrtsbezirksamtes verständigt, dass die Unterstützung ab Dezember 1938 eingestellt wird. Sie stellte einen erneuten Antrag, nun erhielt sie (offensichtlich bis zur Deportation) einen monatlichen Unterstützungsbetrag von 28.50 RM durch die Rentnerfürsorge des Städt. Wohlfahrtsamtes gezahlt.
Ihr Sohn, der Arzt Dr. Gerhard Wolpe, remigrierte, er starb 1956 in München.
Regina Wolpe (Transportnr. 119) kam am 06.06.1942 mit Transport II/03 nach Theresienstadt. Von den insgesamt 50 Personen dieser Deportation überlebte keine die Shoah. Laut Todesfallanzeige des Ältestenrates starb Regina Wolpe am 12.07.1942 um 20 Uhr in Zimmer 33 des Altersheimes in der Kavalierkaserne an “Altersschwäche”. Am darauffolgenden Tag wurde sie in Grab 31, Reihe XXV, bestattet.
Quellen: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ Arolsen Archives Institut Terezínské iniciativy
