Saly Kaufmann

Saly Kaufmann
* 16.02.1883 in Oberseemen, deportiert am 23.11.1938
ermordet im KZ Sachsenhausen am 30.12.1939

Thierschstraße 25, München
Stolperstein verlegt am 10.06.2021

Biografie

Saly Kaufmann kam am 13. September 1881 als einziges Kind der Kaufleute Adolf und Käthchen Kaufmann, geb. Bing in Oberseemen, Kreis Schotten, zur Welt. Im April 1904 zog er nach Mün-chen und war dort bis 1938 Inhaber eines Großhandels mit unedlen Metallen. Am 15. Juli 1921 heiratete er in Frankfurt am Main die sechs Jahre jüngere Saly Rothschild; am 20. Juli 1926 kam das einzige Kind, Käthe, zur Welt. Nach der Reichspogromnacht wurde Saly Kaufmann vom 14.11.1938 bis 27.09.1939 in der Strafanstalt Landsberg am Lech-Spötting in „Schutzhaft“ ge-nommen. Nach Verbüßung dieser Haft bemühte er sich vergeblich um Emigration nach Shang-hai. Am 27. September 1939 wurde Saly Kaufmann an die Gestapo „überstellt“ und am 30. De-zember 1939 im KZ Sachsenhausen ermordet. Tochter Käthe konnte im August 1939 kurz nach ihrem 13. Geburtstag mit einem Kindertransport nach England entkommen. Jenny Kaufmann wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und vier Tage später dort ermordet. Am 10. Juni 2021 haben die heutigen Bewohner:innen des Hauses in der Thierschstraße 25 auf der Schwelle zum Hauseingang insgesamt sieben Stolpersteine zur Erinnerung an die ermordeten vormaligen Bewohner:innen verlegen lassen.