Seldy Sarsky, geb. Hurwitz

Seldy Sarsky, geb. Hurwitz
* 06.11.1856 in Kaunas (damals Kowno, Rußland),
gestorben in München am 22.11.1935

Franz-Joseph-Straße 32, 80799 München
Stolperstein verlegt am 09.11.2023

Biografie

Seldy Jenny (Eugenie) Sarsky, geb. Hurwitz

Zigarettenherstellerin u. Großhändlerin, geboren am 06.11.1856 in Kowno, Rußland (heute: Kaunas, Litauen), verwitwet, gestorben am 22.11.1935 in München (26. Cheshvan 5696)

Eltern

Bär Lippmann Hurwitz, Zigarettenfabrikant in Kowno, Sara Hurwitz, geb. Segal

Geschwister

Esther Anna Gundersheimer, geboren 27.11.1870 Kowno (Kaunas), am 10.07.1942 von München nach Theresienstadt deportiert, von dort am 05.02.1945 mit Austauschtransport in die Schweiz, wanderte nach Massachusetts aus, gestorben 05.05.1960 Roxbury, Massachusetts

Ehepartner

Heirat am 20.12.1883 in Eydtkuhnen, Ostpreußen mit Chaim Jankelewitsch Sarsky, Hoflieferant, Zigaretten- u. Tabakgroßhändler, geboren am 15.04.1850 in Oran, Rußland, gestorben am 14.06.1932 in München

Kinder

Benno Jonas, geboren am 14.10.1884 in Königsberg
Henriette Gertrud, geboren am 21.09.1885 in Königsberg
Chaim Moritz, geboren am 29.01.1887 in München
Franziska, geboren am 24.04.1888 in München
Emanuel, geboren am 07.03.1891 in München
Paula, geboren am 03.03.1892 in München

Adressen in München

Zugezogen am 02.12.1886 von Königsberg

  • Isabellastraße 17 (seit 15.10.1912)
  • Franz-Joseph-Straße 32 (seit 29.09.1915)

Weitere Informationen

Chaim Jankelewitz Sarsky gründete 1887 die Cigarren- und Tabakhandlung “Ch. Sarsky”, bis 1890 in der Maximilianstraße 8, dann bis 1920 in der Residenzstraße 21/0, ab diesem Zeitpunkt in der Franz-Joseph-Straße 32/0. Er wurde 1894 zum Hoflieferanten seiner königlichen Hoheit des Erbprinzen von Anhalt ernannt. Nach dem Tod des Ehemannes übernahm Seldy Sarsky die Herstellung und den Großhandel mit Zigaretten in der Franz-Joseph-Straße 32. Den Tabak bezog sie von der Fa. Halberstadt, Landwehrstraße 5. Sohn Benno und Tochter Henriette Schäffer führten die Produktion von Zigaretten nach dem Tod der Mutter weiter. Das Gewerbe wurde am 17.01.1939 für den 05.12.1938 von amtswegen abgemeldet.

1918 erwarb das Ehepaar Sarsky das Anwesen Georgenstraße 71, 1922 verkaufte es das Haus an Simon und Mathilde Rosenau.

Sohn Benno, früher Konzertmeister am Gärtnerplatztheater, emigrierte im Dezember 1938 nach Idaho, er starb im März 1973 in Los Angeles, Kalifornien.

Tochter Henriette Gertrud Schäffer wurde in Kaunas ermordet. Für sie und ihren Sohn Leopold, der im Mai 1939 nach London emigrierte, sind in der Franz-Joseph-Straße 32 ebenfalls Stolpersteine verlegt.

Sohn Chaim Moritz starb am 03.05.1920 in München.

Sohn Emanuel, Opernsänger, zog im Juni 1926 mit seiner Ehefrau Johanna nach Berlin. Das Ehepaar wurde am 19.05.1944 von Berlin-Wilmersdorf, Storkzeile 12, mit dem 53. Transport nach Auschwitz deportiert, beide wurden in Auschwitz ermordet.

Tochter Paula, Pianistin, zog im November 1930 nach Berlin, sie verbrachte regelmäßig einige Wochen im Jahr bei ihrer Mutter in München. Sie wurde am 13.01.1942 von Berlin-Charlottenburg, Sybelstraße 34, mit dem 8. Transport nach Riga deportiert und starb im KZ Stutthof.

Tochter Franziska heiratete im Juli 1920 in München den Kaufmann Wilhelm Stock aus Gelsenkirchen, über ihr Schicksal ist nichts bekannt.

Quelle:
Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945