Wittelsbacher Gymnasium übernimmt Patenschaft für Stolpersteine – als erste Schule in München

Schon seit vielen Jahren engagiert sich das Wittelsbacher Gymnasium auf vielfältige Weise für das Gedenken und für Toleranz. Jetzt wird es als erste Schule in München die Patenschaft für Stolpersteine übernehmen.
Terry Swartzberg von der „Initiative Stolpersteine für München“ freut sich, dass „dieses lobenswerte Engagement eine neue Dimension bekommt.“

Mit der Patenschaft für die vier Stolpersteine in der Loristraße 7 in der Maxvorstadt übernimmt das Wittelsbacher Gymnasium nicht nur die Pflicht, diese Gedenksteine regelmäßig zu putzen. Auch Geschichte der Familie Kohn, an die an dieser Stelle erinnert wird, soll an der Schule lebendig bleiben.

„Wir danken den Schüler:innen und Lehrkräften um Regina Schlemmer für die Patenschaft – und für die vielen schönen und bewegenden Gedenk- und Toleranzveranstaltungen die wir mit ihnen in den letzten Jahren durchgeführt haben,“ so Terry Swartzberg weiter.

Regina Schlemmer, Lehrerin am Wittelsbacher Gymnasium, sieht in der Patenschaft die Chance, das Gedenken aktiv zu gestalten: „Nie wieder – diese Worte stehen im internationalen Mahnmal der KZ-Gedenkstätte in Dachau. Sie sind kurz, eindringlich und zugleich eine Verpflichtung. Indem wir diese Steine pflegen, machen wir die Erinnerung im Alltag sichtbar und holen die Familie aus der Anonymität der Zahlen zurück.“

„Nie wieder“ dürfe kein bloßer Leitsatz bleiben. Es müsse gelebt werden – durch Haltung, Engagement und bewusstes Erinnern, so Schlemmer weiter. Denn: „Als Schule tragen wir eine besondere Verantwortung: Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch Werte. Die Übernahme der Patenschaft für die Stolpersteine der Familie Kohn in der Loristraße ist ein bewusstes Bekenntnis gegen das Vergessen und für ein respektvolles, menschliches Miteinander. Die Patenschaft gibt uns als Schulgemeinschaft die Möglichkeit, diesen Anspruch in die Tat umzusetzen. Sie verbindet Lernen mit Handeln und zeigt, dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – für die Vergangenheit, für die Zukunft und für die Gegenwart.“

Die Stolpersteine in der Loristraße 7 erinnern an die Familie Kohn:
Dr. phil. Elisabeth Kohn
Sie war eine der ersten Rechtsanwältinnen Bayerns und eine der ersten Frauen, die promovierte. Sie engagierte sich besonders für die sozialschwachen Bürger:innen Bayerns.

Ihre Schwester Marie-Luise Kohn (Künstlername: „Maria Luiko“) war eine höchst innovative und anerkannte Künstlerin.
Elisabeth und Marie-Luise wurden mit ihrer Mutter Olga Kohn und 995 anderen Juden aus München am 25. November 1941 in der litauischen Kleinstadt Kaunas ermordet. Vater Heinrich Kohn verstarb 1933.

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