
Vier neue Stolpersteine in der Buttermelcherstraße 4
Am Freitag, 3. Juli, wurden vier Stolpersteine für die Familie Rosenfeld verlegt, vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Buttermelcherstraße 4.
Moritz Rosenfeld wurde am 10.11.1879 in Scholpfloch, Kreis Dinkelsbühl geboren. Am 12.02.1907 heiratete er Maximiliane Pappenheimer, geboren am 29.09.1886 in Ansbach.
Das Ehepaar hatte zwei Töchter, beide in Scheinfeld geboren:
Beate, geboren am 04.06.1908
Hildegard, geboren am 18.08.1909
Nach seiner Ausbildung zum Lehrer und seinem Dienst in der deutschen Armee arbeitete Moritz an der jüdischen Volksschule in der Herzog-Rudolf-Straße, deren Schulleiter er 1934 wurde. Er wurde auch Schriftführer des Israelitischen Lehrervereins Bayern.
Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde er verhaftet,in das KZ Dachau verschleppt und mißhandelt. Er starb am 03.09.1939.
Maximiliane Rosenfeld gelang die Emigration nach Bolivien. Später zog sie zu ihren Töchter in Israel. Maximiliane verstarb 10.08.1958 in Ramat-Gan.
Nach dem Besuch des Luisengymnasium studierte Beate Rosenfeld Philosophie in Breslau. Sie promovierte 1934. Ihr Dissertationsthema war „Die Golemsage und ihre Verarbeitung in der Literatur“. Mit ihrer Schwester Hildegard Rosenfeld, einer Kindergärtnerin, gelang ihr die Emigration nach Palästina.
“Von der Emanzipation mit voller Teilnahme an der Zivilgesellschaft bis zur Vertreibung und Verhaftung und dem frühzeitigem Tod: Die Geschichte der gebildeten und geachteten Familie Rosenfeld steht sinnbildlich für die Tragödie der Münchener Juden“ so Terry Swartzberg von der Initiative Stolpersteine für München e.V..
„Als Mitglied einer Minderheit, die mit 200.000 Opfer unter der Schreckensherrschaft der Nazis sehr zu leiden hat, bin ich für das Bedürfnis zu gedenken sensibilisiert,“ sagt Dietmar Holzapfel, Wirt der Wirtschaft Deutsche Eiche und selbst homosexuell. Dietmar weiter: „Wenn wir der Opfer von damals gedenken, handeln wir für die Menschen die heute unsere Anteilnahme und unseren Schutz brauchen.“
„Mit der Verlegung in der Buttermelcherstraße 4 kommen wir auf 440 Stolpersteine in München – 440 Menschen, die wir aus der Vergessenheit gerettet haben – dank und mit solchen wunderbaren und engagierten Menschen wie Dietmar Holzapfel,“ sagt Terry Swartzberg.
Weitere Verlegungen von Stolpersteinen in München werden im Sommer und Herbst folgen.




