


Nun wird an Mutter und Sohn erinnert.
Stolpersteine im Glockenbachviertel
Zwei Stolperteine erinnern seit dem 20. September im Glockenbachviertel an Helene Kurz und Karl Langenbach
Helene Kurz, Holzstraße 33
Fast die gesamte Hausgemeinschaft war dabei, als am 20. September auf dem Grundstück der Holzstraße 33 ein Stolperstein für Helene Kurz verlegt wurde. Ein kleines Mädchen brachte Blumen, jemand aus dem Haus stellte einen Menora – einen siebenarmigen Leuchter – auf.
Hier hatte die Schauspielerin elf Jahre lang gewohnt, von 1925 bis 1936. Danach begann eine Zeit, in der sie immer wieder umziehen musste. Meistens lebte sie nur wenige Monate an einem Ort.
Sie war bis 1923 mit dem Vortragskünstler und Nichtjuden Georg Kurz verheiratet gewesen, dann erfolgte die Scheidung. Das Paar hatte drei Kinder, geboren zwischen 1900 und 1908. Die Künstlerin musste sich – wie so viele Juden – beruflich umorientieren. In einer Erhebung des Gewerbeamts von April 1938 heißt es: “Soll Leichenfrau bei der isr. Kultusgemeinde sein.”
Helene Kurz wurde 1844 in Theresienstadt ermordet. Sie wurde 71 Jahre alt.
Karl Langenbach, Oefelestraße 12
Jetzt liegt ein Stolperstein für Karl Langenbach direkt neben dem für seine Mutter (dieser war bereits vor zwei Jahren verlegt worden). Der Junge wurde nur 18 Jahre alt.
Am 12. August 1923 war er in München geboren worden.
Sein Vater Ludwig Langenbach war Immobilienmakler. Seine Mutter Edith arbeitete nach der Scheidung als „Hausdame“. Sie wohnte mit den beiden Söhnen Karl und Johann von 1932 bis 1937 in der Oefelestraße 12. An allen anderen Adressen danach wohnte die Familie nur wenige Monate.
Die Eltern und ihr Sohn Karl wurden am 25.11.1941 in Kaunas erschossen. Was aus dem zweiten Sohn, Johann, wurde, ist nicht bekannt. Auch für ihn soll noch ein Stolperstein verlegt werden.

